Baustelle mit Autos, Flötzersteig in Wien

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Punkt eins

Wenn Asphalt und Gleise schmelzen - und andere Baustellen

Bilanz eines Baustellen-Sommers. Gäste: Univ.-Prof. Dr. Gottfried Mauerhofer, Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft, Technische Universität Graz & Ing. Christian Zant, Baustellenkoordinator der Stadt Wien. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

"Aufgrund von Bauarbeiten kommt es zu geänderten Fahrzeiten", so die vertraute Durchsage in der Straßenbahn. In Wien werden gleich entlang mehrerer Straßenbahn-, Schnellbahn- und U-Bahn-Linien die Gleise und Weichen erneuert; Strecken werden deshalb nicht befahren oder umgeleitet. Am Wiener Gürtel sanieren Arbeiter Stück für Stück die Betonfelder. Anderswo erneuern sie Wasserrohre und verlegen Fernwärmeleitungen. Brücken bekommen neue Fahrbahnoberflächen. Hitze- und Unwetterschäden, von geschmolzenen Gleisfüllungen über unterspülte Straßen, müssen saniert werden.

Auch der Zugverkehr in Österreich wird "modernisiert", wie es heißt. Für die Fahrgäste bedeutet das in dieser Zeit, dass Strecken und Bahnhaltestellen gesperrt sind, sie auf Schienenersatzverkehr und Shuttle-Busse umsteigen müssen, oder doch mit dem Auto fahren, um dann womöglich im Stau zu stehen.

Ob auf Schienen, Autobahnen, Landstraßen oder in Ortszentren - im Sommer ist Baustellen-Hochsaison. In den Ferien seien weniger Menschen unterwegs, so ein Argument. Keine Schüler:innen, weniger Berufsverkehr. Gewisse Arbeitsschritte können außerdem nur bei warmen Temperaturen und trockenem Wetter durchgeführt werden, informiert die ASFINAG und schreibt zum Trost auf der Website: "Bau- und Sanierungsarbeiten sorgen langfristig dafür, dass Sie gut vorankommen".

"Schon wieder eine Baustelle!", ärgert sich währenddessen so mancher Pendler und Anrainerinnen wundern sich, warum sie trotz Straßensperre kaum Arbeiter sehen. "Was im Hintergrund von Baustellen passiert, bekommen normale Verkehrsteilnehmer nicht mit", sagt der Wiener Baustellenkoordinator Christian Zant. Er untersucht, wie sich bauliche Maßnahmen auf das Verkehrssystem der Stadt auswirken, koordiniert sie zeitlich und technisch und führt regelmäßig Baustellenkontrollen durch.

In dieser Ausgabe von "Punkt eins" gibt er als Gast bei Marina Wetzlmaier Einblicke in seine Arbeit und zieht Bilanz über einen Baustellen-Sommer, der der heißeste in der Messgeschichte war. Seit Anfang des Jahres gilt eine Hitzeschutzverordnung, die Personen, die im Freien arbeiten, vor den Gefahren durch Hitze und UV-Belastung schützen soll. Laut Gottfried Mauerhofer, Universitätsprofessor an der TU Graz, sehen Bauleiter und Arbeiter die Hitzeschutzverordnung durchaus auch kritisch.

Wie verändert der Klimawandel das Konzept "Sommerbaustelle"? Wie werden Bauprojekte generell geplant, koordiniert und durchgeführt? Wie oft sind Sanierungen notwendig? Wird tatsächlich immer mehr gebaut? Was passiert hinter den Kulissen und wie werden dabei die Interessen und Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt?

Reden Sie mit! Erzählen Sie von Ihren Beobachtungen und Erfahrungen unter der Telefonnummer 0800 22 69 79 oder schriftlich per E-Mail an punkteins(at)orf.at

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