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Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch
Mavie Hörbiger: Am Anfang war das Geld.
"Der Mensch, das Schwein, die Krone der Schöpfung!" - Mavie Hörbiger zu Gast bei Christine Scheucher.
6. September 2026, 11:50
Sie feiert Erfolge auf der Bühne, ist Ensemblemitglied des Wiener Burgtheater und fühlt sich auch vor der Kamera wohl. Mavie Hörbiger stammt aus der wohl berühmtesten Schauspielerdynastie des Landes. Ihr Großvater Paul Hörbiger gehörte seit den 1930er Jahren zu den populärsten Schauspielern im deutschsprachigen Raum und prägte die Film- und Fernsehlandschaft der Nachkriegsjahre. 2007 debütierte seine Enkelin Mavie bei den Salzburger Festspielen. 2025 war sie in Milo Raus Überschreibung von Elfriede Jelineks Skandalstück "Burgtheater" zu sehen, das sich schonungslos mit den NS-Verstrickungen des Hörbiger-Clans auseinandersetzt und 40 Jahre nach seiner Uraufführung in Bonn erstmals am Burgtheater zu sehen war. Auch 2026 steht für Mavie Hörbiger ganz im Zeichen der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin.
Unter der Regie von Nicolas Stemann spielt sie in Elfriede Jelineks "Unter Tieren", das bei den Salzburger Festspielen 2026 uraufgeführt wurde. In ihrem aktuellen Stück nimmt uns Jelinek mit in eine Welt ohne Menschen. Die Dialektik der Aufklärung hat sich erfüllt: Der Mensch hat die Natur unterworfen und löscht sich selber aus. In einem postapokalyptischen Szenario schauen Tiere gleichsam aus der Vogelperspektive auf Investitionsruinen und vermessen die Verheerungen eines entfesselten Finanzkapitalismus, der den Planeten an den Rande des ökologischen Kollaps gebracht hat. Im Gespräch mit Christine Scheucher denkt Hörbiger über das Echtzeiterlebnis Theater im Zeitalter der KI nach und verrät, wie man sich Elfriede Jelineks mäandernde Satzkaskaden merken kann.
