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Punkt eins
Wahl in Sachsen-Anhalt - ein Testfall?
"Schicksalswahl", "politisches Beben": Wenn eine "gesichert rechtsextreme" Partei gewinnt? Gäste: Prof. Dr. Petra Dobner, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Politikwissenschaft & Prof. Dr. Thomas Biebricher, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Politikwissenschaft & Philipp Sälhoff, Geschäftsführer von "Polisphere", Beratungsnetzwerk für Demokratie und Politikbetrieb. Moderation: Andrea Hauer. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at
7. September 2026, 13:00
Die Nervosität ist noch einmal stark gestiegen, vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am Sonntag. In den Umfragen führt seit Wochen die AfD deutlich, eine in diesem ostdeutschen Bundesland als "gesichert rechtsextrem" eingestufte politische Partei.
Ob es für die absolute Mehrheit der AfD reicht, hängt von der Briefwahl ab, gegen die die AfD Zweifel sät. So würden die Briefwahlunterlagen in Rathäusern gelagert, "wo teilweise nur der Bürgermeister selbst den Schlüssel hat", und in Pflegeheimen würde "der Stift geführt". Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, sagte in einem Video: "Belegen kann man das nicht. Aber wir alle wissen doch, wie das oftmals läuft."
In Analysen und Kommentaren liest man von einer Schicksalswahl und einem bevorstehenden politischen Beben. Ist Sachsen-Anhalt ein Testfall, nicht nur für Deutschland? Warum wählen Menschen eine Partei, die in einer unter Abwanderung leidenden Region gegen Zuwanderung hetzt, die Landesgrenzen schließen will und "Remigration" ankündigt? Warum fallen Worte auf fruchtbaren Boden, die eine "deutsche Identität" propagieren - in Gesellschaft, Kultur, Medien- und Bildungswesen? Ein "Meldeportal" für unliebsame Lehrkräfte: wer wünscht sich das?
Wer wehrt sich gegen eine Sprache, die die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" kürzlich ein "Gebräu tiefster Verachtung und kompletten Verfalls der guten Sitten" nannte? Martin Reichardt, Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, hatte unter "tosendem Applaus" gewettert, der Staat sei heute "ein nach Dope stinkender, fauler Asi" und die Muttersprache "ein intersektionales Flittchen", weil "Vater Staat sie dreimal täglich durchgendert".
In welche Richtung marschiert Sachsen-Anhalt? Was kann gegen das Aufwiegeln von Menschen unternommen werden? Was richtet seriöser Journalismus aus, den die AfD attackiert und in Gestalt des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks abschaffen will?
Andrea Hauer spricht mit der Politikwissenschaftlerin Petra Dobner von der Universität Halle-Wittenberg, mit dem Politikwissenschaftler Thomas Biebricher von der Universität Frankfurt und mit dem Kulturwissenschaftler Philipp Sälhoff, der sich als Geschäftsführer des überparteilichen Thinktanks "Polisphere" mit politischer Kommunikation und Desinformation befasst.
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