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Vom Leben der Natur
Erkenntnisse in den Baumkronen
Die Ökologin Lisa Reiss spaziert mit dem Bick nach oben durch einen mitteleuropäischen Mischwald am Rande von Wien.
11. September 2026, 08:55
In acht Meter Höhe spielt sich in den Baumkronen mitteleuropäischer Mischwälder viel ab. Nicht nur Licht, Wind, und Wasser beeinflussen das Wachstum von Laub- und Nadelbäumen, auch spezialisierte Arten von Gliederfüßern bilden besondere Gemeinschaften. Abhängig von der jeweiligen Baumart treten Insekten und Spinnentiere als Teile des artenreichsten Tierstammes der Arthropoden in vielfältiger Form auf.
Eine Studie hat jetzt untersucht, wie kleinräumig die Zusammensetzung der Lebewesen in den Baumkronen sein kann. Da gibt es Blattläuse, die alte Kiefernnadeln bevorzugen und deren Präsenz wiederum eine andere Blattlausart fördert. Oder Gallen bildende Insekten, die Wucherungen bei Pflanzen auslösen und baumart-spezifisch sind. Diese Gallen locken dann andere Lebewesen an, sich darin wohnlich einzurichten.
Auch Motten, die sich durch das Buchenblatt fressen, bilden sogenannte Minen. Diese Fressgänge sind ganz typisch und helfen bei der Bestimmung der Schmetterlingsart. Die Analyse der environmental DNA, kurz eDNA oder Umwelt-DNA, hilft dabei, genetisches Material in Form von Rückständen wie Kot oder Speichel zu sammeln und zu untersuchen. Ein großer Vorteil für die Erforschung von Baumkronen-Gemeinschaften.
Service
Gesprächspartnerin:
Mag.a Lisa Reiss, Entomologin im Team Ökosystemforschung und Umweltinformation des Umweltbundesamtes in Wien
DNA-Metabarcoding
Universität Trier Laubholz-Säbelschrecke
Studie zur spezialisierten Arthropoden-Gemeinschaft in mitteleuropäischen Wäldern
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