Christian Fennesz

Christian Fennesz - CARSTEN NICOLAI

Zeit-Ton

Wärmende Orgelklänge bei Unsafe and Sounds

Konzert-Premiere von Claire M. Singer und Christian Fennesz

Mit seinem diesjährigen Thema "The level sunlight still warms walls" widmete sich das Wiener Festival Unsafe and Sounds in seiner zwölften Ausgabe den "affektiven Qualitäten von Sound". Weniger konfrontativ sollte das Programm sein, "stattdessen wendet es sich der Romantik zu und rückt Sentiment und Sentimentalität, Sensibilität und Sinnlichkeit, Natur, Schönheit und Harmonie in den Vordergrund", heißt es in einem begleitenden Text.

So auch der Konzertabend am vergangenen Donnerstag: Im Rahmen einer Kooperation von Unsafe and Sounds und dem ORF Radiokulturhaus fand in der Reihe "Orgel im Fokus" erstmals ein gemeinsamer Auftritt von Claire M. Singer und Christian Fennesz statt.
Im "Zeit-Ton" sind diese Premiere sowie Ausschnitte aus den jeweiligen Solo-Auftritten zu hören. Im Interview erzählen Singer und Fennesz über ihre Musik und Projekte.

Die schottische Organistin und Cellistin Claire M. Singer ist seit 2012 Musik-Direktorin der Londoner Kirche Union Chapel, vier Jahre später gründete sie das Festival Organ Reframed und ist u.a. im Stockholmer Fylkingen Institut aufgetreten. Spezialisiert hat sich Singer auf experimentelle Drone-Flächen, sie spiele die Orgel wie einen Synthesizer, sagt die Künstlerin. 2025 veröffentlichte sie ihr drittes Album "Gleann Ciùin" auf dem renommierten Londoner Label Touch.
Ebenfalls auf Touch erscheinen die Alben des Wiener Gitarristen und Elektronik-Pioniers Christian Fennesz. Sein Album "Hotel Paral.lel" wurde 1997 mit dem Prix Ars Electronica ausgezeichnet. Fennesz arbeitete mit Pita Rehberg, Jim O'Rourke und Ryuichi Sakamoto.

Im Großen Sendesaal des Radiokulturhauses präsentierten Claire M. Singer und Christian Fennesz bei "Orgel im Fokus" ein Konzert für Orgel, Elektronik und Gitarre in drei Teilen: zweimal solo und ein Duo.

An diesem Abend gab es auch die Solo-Konzerte des schwedischen Organisten Hampus Lindwall und der französischen, aktuell in Wien lebenden Posaunistin Chloé Ryo. Auch sie verbinden traditionelle mit aktuell-experimentellen Spielweisen ihres Instruments.
Im "Zeit-Ton extended" am Freitag, 9. Oktober, folgen die vier Einzel-Shows von Ryo, Lindwall, Fennesz und Singer.

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