Hörbilder

Das Joch der Sherpa

Das Volk der Sherpa lebt am Fuße des Mount Everest: Eine Existenz zwischen kargen Feldern, körperlicher Schwerstarbeit, hohem Risiko und zweifelhaftem Gipfelglück. Viele wandern aus.

Im Frühjahr führt Mingma Nuru Sherpa Wanderer und Bergsteiger durch das Khumbu-Tal zum Mount Everest. Im Sommer arbeitet er auf einem Bauernhof im steirischen Admont, seine Frau in einem Almgasthaus. Sein Leben spielt sich zwischen Nepal und Österreich ab - und steht exemplarisch für viele Sherpas, deren Heimat zwar zu den spektakulärsten Landschaften der Erde zählt, ihnen aber oft keine gesicherte Existenz bietet.

Die Sherpa stammen ursprünglich aus Tibet und leben seit rund 400 Jahren im Osten Nepals. Ihre Dörfer liegen auf bis zu 4.000 Metern Seehöhe, am Fuße der höchsten Berge der Welt. Die kargen Felder reichen kaum zum Leben. Viele Familien leben von Tourismus.

Sherpas tragen Lasten über schmale Bergpfade, transportieren Lebensmittel, Zelte, Sauerstoffflaschen und Expeditionsmaterial, sichern Routen und führen Trekkinggäste durch das Hochgebirge. Und sie betreiben Hotels und Pensionen. Während einige erfahrene Bergführer gut verdienen, verrichten viele Träger körperliche Schwerstarbeit für einen geringen Lohn und unter hohem Risiko.

Mit dem Boom des Himalaya-Tourismus wächst auch die Belastung für Mensch und Natur. Immer mehr Menschen wollen auf die Gipfel der Achttausender, immer größer werden Müllberge und Sicherheitsprobleme. Die gefährlichsten Aufgaben übernehmen meist Sherpas - sie sind es, die Lawinen, Gletscherspalten und Eisbrüchen zuerst ausgesetzt sind. Zugleich zwingt die kurze Tourismus-Saison viele dazu, zusätzliche Arbeit in Kathmandu oder im Ausland zu suchen. Auch Österreich ist für manche längst zu einem zweiten Arbeitsplatz geworden.

Ernst Weber ist auf der Route Richtung Everest-Basislager gewandert und hat unterwegs mit Mingma Nuru Sherpa und anderen Sherpas gesprochen: Ein Radiofeature über das Leben zwischen den höchsten Bergen der Welt, über Tradition und Aufbruch - und über jene Menschen, ohne die der Traum vom Mount Everest kaum möglich wäre.

Redaktion: Jürgen Pettinger
Ton: Fridolin Stolz
Ko-Produktion ORF/SWR 2026

Service

Doku und Stories-Podcast abonnieren

Sendereihe

Gestaltung

  • Ernst Weber