Ausgewählt

Karajans Marschallin

Zum 85. Geburtstag von Anna Tomowa-Sintow

"Ich verdanke Karajan alles", so bilanzierte die am 22. September 1941 im bulgarischen Stara Zagora geborene Sopranistin ihre Karriere. Zwar ist sie aus eigener Kraft 1972 ins Ensemble der Berliner Staatsoper gelangt; zwar hat sie mit Dirigenten wie Karl Böhm bei Mozart, James Levine bei Richard Strauss, Zubin Mehta bei Puccini und Riccardo Muti bei Verdi Aufsehenerregendes geleistet; den internationalen Durchbruch aber verdankte sie Herbert von Karajan: Er engagierte Anna Tomowa-Sintow 1973 für die Salzburger Uraufführung von Carl Orffs "De temporum fine comoedia", und zahlreiche bahnbrechende Produktionen auf der Bühne und im Plattenstudio folgten. Sie wurde die "Muse" seiner letzten eineinhalb Karriere-Jahrzehnte, seine "Figaro"-Gräfin und Donna Anna ("Don Giovanni"), 1983 seine Marschallin im umjubelten "Rosenkavalier" an der Salzach. Mit Karajan näherte sich Tomowa-Sintow als "Lohengrin"-Elsa dem Werk Richard Wagner an, spielte eine Referenzaufnahme der "Vier letzten Lieder" des Richard Strauss ein und war im letzten Konzert des Maestros mit den Berliner Philharmonikern im März 1989 die Solistin in Verdis "Messa da Requiem".

Auch über Karajans Tod hinaus blieb sie eine der weltweit meistgeschätzten jugendlich-dramatischen Sopranistinnen ihrer Generation. Wir zeichnen die beeindruckende Laufbahn der Vielseitigen nach und begleiten sie auch auf Ausflügen zu Korngold ("Das Wunder der Heliane"), Tschaikowski ("Eugen Onegin") und Francesco Cilea ("Adriana Lecouvreur").

Sendereihe

Gestaltung

  • Christoph Wagner-Trenkwitz