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Gulda, Abbado und Mozart
Friedrich Guldas Mozart-Steilvorlage mit den Klavierkonzerten, aufgenommen mit den Wiener Philharmonikern unter Claudio Abbado im Jahr 1974.
26. September 2026, 13:00
Gulda, Abbado und Mozart - ein Zusammentreffen der Superlative, dessen besondere Qualität sich in dieser Aufnahme der Deutschen Grammophon aus den '70er-Jahren bis heute widerspiegelt. Auch fünf Jahrzehnte später ist sie zeitlos und fixer Bestandteil vieler CD-Sammlungen.
Friedrich Gulda und Claudio Abbado kannten einander bereits vor dieser Produktion: Abbado hatte Anfang der 1950er in Salzburg sogar Klavierunterricht bei Gulda genommen. Im September 1974 trafen sich Gulda und Abbado in den heiligen Hallen Wiens - im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins -, um mit den Wiener Philharmonikern zwei Klavierkonzerte Mozarts aufzunehmen: Nr. 20 und Nr. 21. Ersteres, das Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466, zählt seit dem 19. Jahrhundert zu den meistgespielten und beliebtesten Klavierkonzerten Mozarts.
Warum genau diese beiden Mozart-Klavierkonzerte? Für Friedrich Gulda war Mozart "Gott". Auch nach dieser Produktion nahm Gulda die Konzerte mehrfach wieder auf. Umso mehr stellt sich die Frage: Was macht gerade diese Einspielung so besonders?
Es ist das plastische Spiel der Philharmoniker, gepaart mit der Guldas Leichtigkeit. Einerseits schummelt er sich fast unmerklich in den farbigen Orchesterklang, dann ist er wieder mehr als deutlich zu hören. Und es ist der Witz, dieser "Mozartsche-Guldsche Witz" - Gulda verstand es, Mozarts Melodien und Läufe wie glänzende Perlenketten zu spielen, als hätte er sie gerade improvisiert. Gulda zelebriert das Zusammenspiel ebenso wie die Solokadenzen und macht vor allem jene besondere Harmonie hörbar, die er mit den Wiener Philharmonikern bildet.
Als Hörer, als Hörerin wird man immer wieder überrascht. Die Aufnahme fordert Aufmerksamkeit ein - nicht als beiläufige Begleitung, sondern als Einladung zum konzentrierten Zuhören. Und nicht zuletzt schafft sie es, das ein oder andere Lächeln hervorzuzaubern.
Service
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte Nr. 20 und Nr. 21
Friedrich Gulda, Wiener Philharmoniker, Claudio Abbado
Deutsche Grammophon, 1974
