Du holde Kunst
Landschaft, Spiegel, Seelenbild - Gedichte am See
"Durchs Fenster strömt der See zu mir herein" - Es liest Irina Wanka.
27. September 2026, 08:15
Das stehende Gewässer zeigt sich einmal als Oberfläche, auf dem ein Boot schaukelt, das neben seinem Lenker auch dessen Sorgen Platz bietet - wie bei Kurt Tucholsky, oder als Eisbahn, die urbane Schlittschuhläufer zu einer verschworenen Kinderschar werden lässt - wie bei Ulla Hahn; dann wieder ist es Seelenspiegel, aus dem der Kummer leuchtet - wie bei Nikolaus Lenau; während bei Rose Ausländer der See als Teil einer transzendenten Liebesvereinigung erscheint, lässt er bei Klabund einen Träumenden auf den Grund eines leichten Todes sinken; während der Angler Franz Grillparzers die Fische lieber betrachtet als fängt, erhält man bei Bertolt Brecht und Alfred Andersch eine Einweisung in die Wonnen des Schwimmens. Gedichte über Seen von den Genannten sowie von Johannes R. Becher, Annette von Droste-Hülshoff, Franz Werfel und Stefan Zweig.
Sendereihe
Gestaltung
- Gudrun Hamböck
- Stephanie Maderthaner
