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Freddy Quinn zum heutigen 95. Geburtstag

Ein Österreicher in St. Pauli: zur lebenden Legende Freddy Quinn

Seine Stimme war und bleibt eine der meistgehörten im deutschen Sprachraum. Kaum jemand ist bekannter als Freddy Quinn, kaum jemand hat mehr Tonträger verkauft. In den zwei, drei Minuten eines Lieds erzählt er von Seemännern, die auf dem Meer zu Hause sind, von einem weißen Schiff, das nach Hongkong fährt; vom Leben unter fremden Sternen, vom Abschied, der damit einhergeht, von Sehnsucht und der Hoffnung auf ein Wiedersehen. Wer kann wissen, was einmal geschieht?

Der Wahlhamburger Freddy Quinn stammt aus Österreich. Am 27. September 1931 kam er zur Welt - doch schon beim Geburtsort gehen die Angaben auseinander. Sein Vater soll ein Kaufmann irischer Abstammung gewesen sein, daher der Nachname. Auf der Flucht vor der Roten Armee zu Ende des Zweiten Weltkriegs soll Sohn Freddy sich als Amerikaner ausgegeben und mit den US-Streitkräften in die Vereinigten Staaten gelangt, doch nach Europa zurückgeschickt worden sein. In Wien besuchte er das Gymnasium Albertgasse, mit 16 Jahren schloss er sich einem Zirkus an, gelangte über Rom, Palermo und Tunis zur französischen Fremdenlegion in Algerien - entschied sich jedoch zur Rückkehr.

Wie viel an diesen und anderen Teilen seiner Lebensgeschichte stimmt, ist umstritten. Freddy Quinn selbst hat erst letztes Jahr in seiner Autobiographie "Wie es wirklich war" manches zurechtgerückt - seine Darstellung wurde allerdings wiederum in Zweifel gezogen. Trotz seiner enormen Bekanntheit sei "der Superstar ein Fremder geblieben, umflort von der Legende des Einsamen, Weitgereisten, Heimatlosen. Ganz so, wie es seinem Image entspricht, dem Bild des Seemanns, der jederzeit bereit ist, seinen Seesack zu schultern und wieder auf große Fahrt zu gehen", so resümierte Quinns Biograph Elmar Kraushaar 2011 in seinem Buch "Freddy Quinn - Ein unwahrscheinliches Leben".

Gesichert ist die Musik, die Freddy Quinn gemacht hat, und die vor allem in den 1950er und 1960er Jahren auf gewaltige Resonanz stieß. Sie wurde von Schlager-Koryphäen wie Bert Kaempfert, James Last oder Lotar Olias komponiert, oft zu Filmen, in denen Quinn die Hauptfigur spielte. Seine Lieder erscheinen heute wie Botschaften aus einer vergangenen Zeit: ein "Schatz der verlorenen Gefühle", wie der Neue-Deutsche-Welle-Sänger Stephan Remmler seine Coverversionen nannte. Sie wirken wie unbeschwerte Tagträume, zumindest vordergründig ohne die Sorgen der Gegenwart und unpolitisch, mit wenigen Ausnahmen wie der Anti-Hippie-Tirade "Wir", von der Freddy Quinn sich später distanziert hat.
Die Spielräume gratulieren Freddy Quinn zum 95. Geburtstag, begeben sich auf die Spuren eines Phänomens und lassen einige seiner großen Erfolge Revue passieren.

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