Ruder-Achter mit Hans Lenk, 1960

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Menschenbilder

Hans Lenk, Philosoph und Olympiasieger im Rudern

Rudern und Denken. Zur Erinnerung an Hans Lenk, Teil der legendären Mannschaft "Adams Acht"

Rom, 1960: Bei den Olympischen Spielen gewinnt Deutschland, für viele überraschend, den Wettbewerb im Ruder- Achter. Das Team zum Erfolg geführt hatte Trainer Karl Adam, mit unkonventionellen Methoden und großem persönlichem Einsatz aller Beteiligten. Diese Geschichte und die Vorgeschichte des "Ratzeburger Gold-Achters" zeigt derzeit der Spielfilm "Adams Acht" von Regisseur Hannu Salonen. Im Mittelpunkt steht einerseits der bald legendäre Trainer Karl Adam - es sollte nicht sein einziger Sieg bei olympischen Spielen bleiben. Eine weitere Hauptfigur des Films ist der damals 25-jährige angehende Philosophiestudent Hans Lenk, dargestellt von dem österreichischen Schauspieler Felix Kammerer.

2023 besuchten die "Menschenbilder" den damals 88-jährigen Philosophen Hans Lenk in einem kleinen Ort in der Nähe "seiner" Universität in Karlsruhe. Nach seinem großen Erfolg in jungen Jahren habilitierte sich Lenk in Philosophie und Soziologie, trainierte selbst einen deutschen Weltmeister-Ruderachter und wurde Universitätsprofessor, der zu mehreren Gebieten der Philosophie rund 150 Bücher verfasst hat - er, dem ein Glücksfall einen Trainer und Lehrer geschickt hatte, der ihn auf praktisch allen Ebenen gefördert hat, der sein Interesse für Mathematik und Logik, Physik und Philosophie beflügelt und als Sporttrainer zum Olympiasieger gemacht hat.

Hans Lenk war jahrelang Vorsitzender des Institut International de Philosophie, der Weltakademie der Philosophen. Er galt als "pragmatischer Realist", der meinte, dass wir Menschen die Welt nur interpretierend beschreiben können. Schon vor 40 Jahren hatte sich Lenk mit Problemen auseinandergesetzt, die heute die "letzte Generation" bewegen. Er schrieb Sätze wie diesen: "Wir können es uns schon heute und besonders künftig nicht mehr leisten, die drängenden ethischen Probleme der Technik und der angewandten Wissenschaften zu vernachlässigen."

Die Einzelleistung eines Sport betreibenden Menschen und das Eingebundensein in Teams und eine Gruppe von auch konkurrierenden Einzelwesen bewegte ihn nicht nur selbst, er sah viele Elemente davon im Menschsein grundgelegt: "Der Wettkampf im Sport ist keine Abbildung einer anderen Realität, sondern die Verkörperung einer allgemeinen Lage und Bedingung des Menschen und seines Kampfes mit seiner Begrenztheit beim Versuch, durch besondere Anstrengungen gegen Konkurrenten ein Ziel, eine Idee zu verwirklichen."

Sendereihe

Gestaltung

  • Petra Herczeg-Rosenberg

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