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100 Songs: Geschichte wird gemacht (1)

Aretha Franklin - Respect (USA, 1967)

"100 Songs: Geschichte wird gemacht" erzählt, wie ikonische Songs ihre Zeit prägen und bis heute nachhallen. In der 24. Staffel beschäftigen sich Stefan Niederwieser und Robert Stadlober - ungewöhnlich für diese Serie - mit vier englischsprachigen Songs. Aretha Franklin fordert am Siedepunkt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung Respekt, die Scorpions verspüren hinter dem Eisernen Vorhang einen Wind Of Change, die virtuelle Band The Gorillaz inszenieren sich als Geisel der Kulturindustrie und Taylor Swift erinnert sich nur zu gut an alle Details einer schmerzhaften Liebe.

In Detroit war die Autoindustrie Mitte der 1960er Jahre bereits in einer tiefen Krise. Martin Luther King war 1963 noch friedlich durch die Stadt marschiert - Seite an Seite mit dem bekannten Pastor CL Franklin. Wenige Jahre später erschütterten Ausschreitungen mit vielen Dutzend Toten die Stadt. Das Ebony-Magazin schrieb 1967 über den Sommer von "Retha, Rap und Revolte". 'Rap' meinte den radikalen Bürgerrechtler H. Rap Brown, Retha war die Tochter des Pastors aus Detroit - Aretha Franklin. Sie wurde im selben Jahr fast über Nacht zum weiblichen Aushängeschild von Soul-Musik, unter anderem durch "Respect" - im Original vom früh verstorbenen Otis Redding. Aretha Franklin kehrte allerdings die Rollen von Mann und Frau um und verwandelte den Song damit in eine stolze Hymne aller Entrechteten, insbesondere Schwarze wie auch Frauen.

Gestaltung: Stefan Niederwieser

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