Ausgewählt
Der Alleskönner am Klavier
Emil Gilels im Porträt
7. Oktober 2026, 10:05
Zum 110. Geburtstag werden die Scheinwerfer in Ö1 noch einmal auf ihn gerichtet: den in Odessa geborenen Emil Gilels. Zu Lebzeiten wurde er in einem Atemzug mit Swjatoslaw Richter genannt, seinem Studienkollegen bei der Klavierlegende Heinrich Neuhaus in den späten 1930er Jahren. Gilels kommt aus einer jüdischen Familie, die zwar keine Musiker waren, aber das Talent des Kindes sofort erkannten und zunächst noch in Odessa richtig förderten. Seine Lehrer und die Eltern verzichteten auf eine Wunderkind Karriere: erst mit zwölf Jahren trat Giles erstmals öffentlich auf - passenderweise gleich mit Beethoven (mit dessen Sonate op. 13 Pathétique). Sein Beethovenspiel sollte ihn ab den 1950er Jahren auf der ganzen Welt bekannt machen. Er kehrte aber immer wieder zurück nach Russland und verzichtete auf ein Leben im Westen. Prokofieff widmete Gilels seine achte Klaviersonate, die er am 30. Dezember 1944 in Moskau uraufführte.
Emil Gilels war neben David Oistrach einer der ersten sowjetischen Musiker, die im Westen auftreten durften. Ebendort durfte er Plattenverträge abschließen und konnte gleichzeitig sein Repertoire ununterbrochen erweitern. Im Oktober 1985 starb Emil Gilels, nach einem intensiven Klavierleben, ein paar Tage vor seinem 69. Geburtstag.
Sendereihe
Gestaltung
- Stephanie Maderthaner
