Apropos Oper

"Die russische Callas"

Erinnerungen an die Sopranistin Galina Wischnewskaja (1926 - 2012)

In den 1950er und 1960er Jahren war sie die herausragende Primadonna des Moskauer Bolschoi-Theaters, nicht nur im russischen Repertoire, sondern genauso auch als Verdi- und Puccini-Gestalterin: die 1926, vor 100 Jahren in Leningrad geborene Galina Wischnewskaja. Als eine der ersten sowjetischen Künstlerinnen durfte sie eine Tournee in die USA unternehmen und in aller Welt gastieren, doch als sich ab 1970 ihr Ehemann, der gefeierte Cellist Mstislaw Rostropowitsch für den verfolgten Alexander Solschenizyn einsetzte, wurde auch sie vom Regime "gestraft" - und mit Auftritts- und Gastierverboten belegt, schließlich sogar 1978 ausgebürgert (was auch eine Zäsur in ihrer Bühnenkarriere dargestellt hat). In ihrer besten Zeit besaß sie einen üppigen, klangreichen, lyrisch-dramatischen Sopran von typisch russischer Timbrierung, brillant in der vibrierenden Forte-Höhe, sanft in den hohen Pianissimi. Und besser als alle anderen russischen Sopranistinnen jener Jahre behauptete sie sich im italienischen Repertoire: als Violetta, Aida, Tosca, Ciò-Ciò-San und Liù. Einige dieser Partien hat sie auch an der Metropolitan Opera, der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper und an der Londoner Covent Garden Opera gesungen.

Sendereihe

Gestaltung