Zeit-Ton

S.E.T.I. beim ORF musikprotokoll

Eine Reise ins Weltall auf der Suche nach dem innersten Selbst

Anfang der 1990er-Jahre gründete Andrew Lagowski sein Solo-Projekt S.E.T.I., mit dem er auch auf das gleichnamige kalifornische Institut aufmerksam machen wollte, das sich seit 1984 der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz widmet. Als musikalisches Ausgangsmaterial dienen dem Künstler durch das Internet schwirrende Files von extraterrestrischen Schwingungen, die von Wissenschaftler:innen im Rahmen diverser Raumfahrtprogramme eingefangen und in Klang übersetzt wurden. Aber auch die Klänge selbst imaginierter Kommunikationsformen mit außerirdischen Lebensformen fließen in die Musik ein.

Dabei hat Lagowski im Laufe der Jahre die vier Buchstaben seines Künstlernamens immer wieder kreativ gewendet. Als Reaktion auf die menschlichen Versäumnisse angesichts der mannigfaltigen Krisen standen sie etwa bereits für "Search for Evidence of Terrestrial Intelligence". Und auch anlässlich der Komposition des jüngsten Werkes "Observational Field", entstanden für das diesjährige ORF musikprotokoll im steirischen herbst, das heuer unter dem Motto "Supernova" zu einer Reise zum Ursprung einlud, erhielt S.E.T.I. eine neue Bedeutung. Hier steht das Kürzel für "Scientific Evidence Translated for Introspection". Und wieder spiegelt sich der Makrokosmos im Mikrokosmos, wenn in Klang übersetzte extraterrestrische Schwingungen als Reflexionen kognitiver Prozesse neu interpretiert werden. Die gedankliche Reise hinaus in das Weltall wird zu einer Suche nach dem innersten Selbst.

Die Uraufführung von "Observational Field" von S.E.T.I. fand vergangenen Donnerstag im Grazer Dom im Berg statt.

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ORF musikprotokoll im steirischen herbst
Andrew Lagowski aka S.E.T.I.

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