Vom Leben der Natur
Grau statt Blau
Der Meteorologe Manuel Oberhuber spricht über Himmelstrübungen, bei denen auch der Mensch seinen Anteil hat.
16. Oktober 2026, 08:55
Der Blick in den tageshellen Himmel bietet so manch Überraschung. Die Atmosphäre erscheint bei Sonne tiefblau, kann aber, obwohl keine Wolke zu sehen ist, ziemlich verschleiert sein.
Klassischer Fall: Nebel. Der entsteht dann, wenn sich Kaltluftseen am Boden bilden und sich kein Lüftchen rührt. Ohne Wind keine Turbulenzen, folglich schichten sich die Luftmassen übereinander. Über dem Boden bildet sich eine Art Deckel, durch den die Sonnenstrahlen nicht durchkommen und diese nur die darüberliegenden Luftmassen erwärmen. Es herrscht Inversions-Wetterlage.
Feuchtigkeit in der Luft ist ein Faktor, warum keine klare Sicht herrscht, Stichwort Dunst. Wasserdampf braucht aber auch feste Partikel in unterschiedlichen Größen, an denen er andocken kann, die sogenannten Kondensationskerne.
Natürliche Schwebstoffe sind Pollen, Pilzsporen, Vulkanstaub, Saharasand und Rauch bei Waldbrand. Zusätzlich liefern auch anthropogene Verbrennungsprozesse wie Hausbrand, Industrie und Verkehr derartige Schwebeteilchen. Der Effekt: Himmelstrübungen von rot, gelb, weiß bis hin zu grau.
Service
Gesprächspartner:
Manuel Oberhuber BSc
Meteorologe in der ORF Wetterredaktion
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