Spielräume

Charlie Parr - Rooming House

Musik aus allen Richtungen mit Michael Neuhauser. Ein Konzeptalbum über die Knoten und die Löcher im sozialen Netz

Charlie Parr ist der unermüdliche Troubadour aus Minnesota, der seit der Jahrtausendwende Gitarre und Blues als Werkzeuge gewählt hat, um bescheiden eine US-amerikanische Provinzbühne zu bespielen, die aber sogar für uns, die wir in Europa leben, zum wertvollen Spiegel werden kann, wenn er in seinen kleinen Geschichten auf die großen Zusammenhänge aufmerksam macht und damit seine Finger in die Wunden der westlichen Gesellschaft legt.

Genau heute erscheint beim Label Smithsonian Folkways sein Konzeptalbum "Rooming House", aufgenommen gemeinsam mit dem Schlagzeuger Dave King. "What's so funny about Universal Healthcare?" fragt er da zum Beispiel suggestiv im Titel eines Songs, in dem der Ich-Erzähler merkt, dass mit seiner Gesundheit etwas nicht stimmt, aber gleichzeitig weiß, dass er ohne Geld und ohne Versicherung gar nicht erst zu einem Arzt gehen braucht. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt Charlie Parr von jenem unschönen Lauf, den ein Leben durch Schicksalsschläge nehmen kann, den ein funktionierender Sozialstaat vielleicht hätte verhindern können, den nachbarschaftliche Fürsorge aber zumindest ein wenig abmildern kann.

In den Liner Notes zum Album schreibt Charlie Parr: "Diese Leute hier, in dieser Aufnahme, haben keine Ahnung, was nicht stimmt. Oder wie man helfen kann. Sie sind krank vor Sehnsucht, alles besser machen zu wollen. Und sie können es nicht. Kleine Dinge sind wichtig. Dieses Haus könnte überall stehen. Diese Dinge könnten jedem passieren."

Sendereihe

Gestaltung

  • Michael Neuhauser