Blaue Stunde
Elfriede Jelinek und die Dichtung
Gedichte von Elfriede Jelinek, gelesen von Sylvie Rohrer
19. Oktober 2026, 21:00
Mit der Thematisierung des faschistischen Kontinuums in der österreichischen Gesellschaft wurde sie zur "Nestbeschmutzerin" des rechten Boulevards, mit der Thematisierung der weiblichen Sexualität im Patriarchat eine Ikone der internationalen jüngeren feministischen Literaturszene. 2004 erhielt Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis. Aus Anlass ihres 80. Geburtstages am 20. Oktober widmet sich "Blaue Stunde" einem weniger bekannten Nebenzweig ihres umfangreichen Werkes: ihren Gedichten. Burgschauspielerin Sylvie Rohrer wird sie lesen.
Elfriede Jelinek bedient sich nicht der Sprache, um etwas zu erzählen, sie lässt die Sprache sich selbst erzählen. Das Wort verselbständigt sich, jede seiner Bedeutungsebenen wird ernstgenommen, jeder wird nachgegangen. Und so schlängelt sich die Rede um ihren Gegenstand, umzingelt ihn mit den unterschiedlichen Bedeutungsfeldern oft einer einzigen Wortwurzel. Was bei diesem semantischen Tanz passiert, ist nichts weniger als die Offenlegung des Ideologischen der Sprache.
