Gedanken für den Tag
"Danke, euer Ehren"
von Solmaz Khorsand, Journalistin
21. Oktober 2026, 06:57
Das Recht ist für viele sperrig. Vielleicht fällt es deswegen so schwer, damit warm zu werden und zu begreifen, wie maßgeblich es für die Gesundheit einer Demokratie ist. Und wie gefährlich es ist, wenn es pervertiert wird oder schlimmer noch: ignoriert, wie so oft auf der Weltbühne. Am 25. Oktober ist der Europäische Tag der Justiz. Zeit für eine kleine Party für den Rechtsstaat, das Völkerrecht und all die Errungenschaften, die das Zusammenleben auf friedliche Weise ermöglichen.
In ihren "Gedanken für den Tag" macht sich die Journalistin Solmaz Khorsand auf die Suche nach Geschichten, die zeigen, warum Gerichte weit mehr sind als Orte, an denen Urteile gesprochen werden. Sie erzählt von Menschen, die jahrzehntelang auf Gerechtigkeit warten mussten. Die Prozesse bedeuten für die Betroffenen oft weit mehr als eine Verurteilung: Sie sind Anerkennung ihres Leids, geben den Opfern ihre Würde zurück und zeigen, dass Verbrechen nicht einfach der Vergessenheit anheimfallen. Dabei richtet Solmaz Khorsand den Blick auch auf die Bedeutung der sogenannten Transitional Justice, jener Formen der Aufarbeitung nach Krieg, Diktatur und schwersten Menschenrechtsverletzungen, die Wahrheit, Verantwortung und Versöhnung ermöglichen sollen. Denn ein funktionierender Rechtsstaat schützt nicht nur im Hier und Jetzt, er schafft auch Vertrauen für die Zukunft.
