Im Gespräch
Paul Yillia, Wasser- und Energieexperte und NGO-Gründer in Sierra Leone
Im Gespräch mit Andreas Obrecht
30. Oktober 2026, 16:05
Paul Yillia hat 25 Jahre Erfahrung in der Wissenschaft gesammelt bevor er vor fünf Jahren in sein afrikanisches Geburtsland Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt, zurückging. Er konnte mit einem Stipendienprogramm in Österreich studieren, promovierte an der TU Wien, sammelte Erfahrungen und leitete eine Arbeitsgruppe am International Institute for Applied System Analysis, dem IIASA, in Laxenburg bei Wien - und war in der Beratungsgruppe "Sustainable Energy for All" für UN-Generalsekretär Ban Ki-moon tätig. Paul Yillia, dessen Vater Jahrzehnte lang in einer Diamantenmine arbeitete und so den Kindern eine Schulausbildung zahlen konnte, ging als renommierter Forscher in sein Land zurück um die Organisation TENN (The Energy Nexus Network) zu gründen. Armut ist ein vieldimensionales System, das unter anderem durch Zugang zu Energie durchbrochen werden kann. Weniger als 30% der Bevölkerung in Sierra Leone hat Zugang zu Strom. TENN elektrifiziert mit Hilfe von Solar ländliche Dörfer, ermöglicht sauberes Trinkwasser durch Pumpsysteme, leitet Strom in Gesundheitseinrichtungen, z.B. auch damit Frauen nicht mehr im Dunkeln gebären müssen. Paul Yillia, den Andreas Obrecht in der Hauptstadt Free Town getroffen hat, setzt sein wissenschaftliches Wissen im Kampf gegen die Armut ein und zeigt, dass lebensrettende Entwicklung - im Sinne der Verbesserung der Basisinfrastruktur und -versorgung - kein leeres Schlagwort, sondern reale Möglichkeit ist.
Service
Sendereihe
Gestaltung
- Andreas Obrecht
