Kulturjournal
Elfriede Jelinek ++ Ryusuke Hamaguchi
Musikverein Perspektiven zu Elfriede Jelinek
Regisseur Ryusuke Hamaguchi im Gespräch
30. Oktober 2026, 17:09
Beiträge
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Musikverein: Perspektiven zu Elfriede Jelinek
Musik von außen zu betrachten: So ließe sich mit knappen Worten die Idee der Musikverein Perspektiven zusammenfassen, die alljährlich in Kooperation mit dem Festival Wien Modern stattfinden. Nach Georg Baselitz, Peter Zumthor und Anton Zeilinger in den letzten Jahren widmet sich die Reihe heuer einer Persönlichkeit, mit der man sich erst in den letzten Tagen intensiv auseinandergesetzt hat: der Autorin Elfriede Jelinek. Ihre Perspektive auf Musik ist freilich nicht wirklich eine von außen, studierte sie doch in ihrer Jugend mehrere Instrumente und ist unter anderem ausgebildete Organistin. Uraufführungen ihrer engen Wegbegleiterin Olga Neuwirth und Erst-Lesungen neuerer Jelinek-Texte durch Schauspielgrößen wie Birgit Minichmayr oder Josef Hader stehen am Programm, auch Schubert und Mahler dürfen im Programm nicht fehlen, das die Literaturnobelpreisträgerin selbst mitkonzipiert hat.
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Ryusuke Hamaguchi zu "All of a sudden"
Vom Umgang unserer Gesellschaft mit Krankheit, Pflege und Tod zu erzählen, dabei aber einen Erzählton zu finden, der der Geschichte Leichtigkeit, Wärme und sogar so etwas wie einen utopischen Anstrich verleiht. Das gelingt dem japanischen Regisseur Ryusuke Hamaguchi in seinem Film "Soudain - All of a sudden". In der dreieinhalbstündigen Erzählung treffen in Paris die Leiterin eines Pflegeheims und eine krebskranke Theaterregisseurin aus Japan aufeinander. Im Heim soll ein Pflegekonzept mit dem Titel "Humanitude" eingeführt werden, das auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen eingeht. Auf der Leinwand wird abwechselnd Französisch und Japanisch gesprochen und über die Interaktion zwischen allen Lebensbereichen, über Kapitalismus, über unser Verhältnis zur Natur, über Gesellschaft und Sprache nachgedacht. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurden wie beiden Hauptdarstellerinnen Virginie Efira und Tao Okamoto mit dem Schauspielpreis ausgezeichnet.
