Diagonal

Zur Person Miriam Cahn. Humanistin, Feministin, Künstlerin

Miriam Cahn. Ihre Bilder scheuen nicht den bösen Blick, nicht die Brutalität, nicht den Körper. Ihre Malerei - ob mit Ölfarben, Kreide, Pastell, Kohle oder Aquarell - rückt die Geister farbgewaltig, figurativ und unbestechlich ins Zentrum, die von Krieg, Flucht, Sexualität, Verletzung erzählen.
Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn, 1949 in Basel geboren, malt verstörende, expressive Sujets. Mit dem künstlerischen Selbstverständnis jüngerer Generationen teilt sie die Befragung der Identität. Sie versteht sich als Feministin, als Jüdin, als politischer Mensch. Wer sie kennenlernt, trifft auf eine listige Person, von kerniger Gesundheit, mit feixenden Augen und manchmal rüdem Benehmen. Eine Frau, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt.

Erst im Alter von 45 Jahren machte die vielfach ausgezeichnete, international renommierte Künstlerin, Malerei zu ihrem wichtigsten Medium. Heute lebt Miram Cahn unweit von St. Moritz, in Stampa, in einem fast fensterlosen Gebäude, einer Raumschachtel aus Beton, schlicht, funktional und ohne Dekor, entworfen von dem Schweizer Architekten Armando Ruinelli. Cahn sucht weder urbane Dynamik und Energie noch Romantik und Ruhe der Natur, sie sucht das Rohe, Karge, Klare, Raue. Ihr Haus steht an der Durchzugsstraße, im Winter gibt es hier kaum Sonne. Ein Atelierbesuch im Schweizer Bergell.

Eine Sendung von Nicole Dietrich und Anna Soucek.

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