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Vorgestellt
Herbert Blomstedt probt und dirigiert Bruckner
Anton Bruckners unvollendete Symphonie Nr. 9 in Probe und Aufführung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Herbert Blomstedt
9. November 2026, 11:30
"Ein erfülltes Leben hat sich vollendet": Mit dieser respektvollen Phrase reagieren wir oft auf den Tod betagter Persönlichkeiten. Am 4. November 2026 ist Herbert Blomstedt mit 99 Jahren im Kreise seiner Familie in Göteborg gestorben - und man muss den Wert gar nicht formell aufrunden, um getrost von einem Jahrhundertdirigenten und einem erfüllten Musikerleben sprechen zu dürfen: Die bedeutendsten Orchester der Welt und Menschen rund um den Globus trauern in Dankbarkeit.
Dem Gedanken, dass er selbst etwas "vollenden" könnte, stand Blomstedt freilich mit lächelnder Demut stets skeptisch gegenüber: "Ich bin meistens sehr unzufrieden", bekannte er noch Anfang 2025 in einem Interview. "Ich freue mich, dass mein Publikum und das Orchester erfüllt von einem Abend sind. Meine Erwartungen sind einfach noch höher. Man muss auch jedes Mal neu anfangen. Vielleicht klappt es auch erst, wenn man das Werk zehn, manchmal sogar hundert Mal dirigiert hat."
Oder wenn man 70, 80, 90 Jahre alt ist. Im Mai 2009, da war Herbert Blomstedt knapp 82, hat er mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Anton Bruckners "Unvollendete" erarbeitet, also seine Symphonie Nr. 9 in d-Moll. Wie immer war er dabei beseelt von der Misson, den Willen des Komponisten noch genauer zu ergründen, dessen Partitur noch besser - also: sorgfältiger, aufregender, bewegender - zum Klingen zu bringen. Der BR hat Probenmitschnitt und Aufführung als Doppel-CD veröffentlicht. Vorgestellt lauscht mit.
Service
Aktuelle Aufnahme:
Bruckner: Symphonie Nr. 9 und Auszüge aus den Proben
Ausführende: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Herbert Blomstedt (Leitung)
Label: BR Klassik
