Betrifft: Geschichte
Revolte im Land ob der Enns!
Der Bauernkrieg 1626. Gestaltung: David Winkler-Ebner.
24. November 2026, 15:55
Am 31. Jänner 1996 forderte der Abgeordnete Peter Kostelka in seiner Rede vor dem österreichischen Nationalrat einen Baustopp für das Traunkraftwerk in Lambach. Der Grund: An der Stelle, an der das Maschinenhaus des künftigen Kraftwerks stehen sollte, hatte man die Überreste von 102 Personen gefunden, die Kostelka für KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene oder sonstige Opfer des "nationalsozialistischen Wahnsinns" hielt. Tatsächlich handelte es sich bei den Toten um Gefallene des Oberösterreichischen Bauernkriegs, die sich von Mai bis November 1626 gegen die bayerische Herrschaft im Land ob der Enns und die Gegenreformation aufgelehnt hatten.
Neben den sterblichen Überresten fand man in dem Massengrab fünf aus Bein gedrechselte Knöpfe - ein paar der wenigen authentischen Artefakte, die von den Aufständischen erhalten geblieben sind. Diese fünf Knöpfe sind zurzeit in einer Ausstellung zum Bauernkrieg 1626 im Linzer Schlossmuseum zu sehen. Der Ausstellung geht es nicht darum, die Geschichte des Aufstands zu zeigen, sondern darzulegen, wie Geschichte gemacht wird. Denn auf die gut ein halbes Jahr andauernden Kämpfe folgten vierhundert Jahre der Deutung und politischen Vereinnahmung, die unsere Sicht auf die Ereignisse von 1626 bis heute beeinflussen. Betrifft: Geschichte unternimmt einen Rundgang durch die Ausstellung, die noch bis 7. Jänner im Linzer Schlossmuseum zu sehen ist.
