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"Carmen" in Paris

Aus dem Zentrum und von den Rändern der Aufnahmegeschichte

Seit 1911 war die Uraufführungsstadt Paris auch Aufnahmeort für Georges Bizets Oper "Carmen". Victoria de los Angeles (mit Thomas Beecham) und Maria Callas (mit Georges Pretre) fanden sich ebenso hier ein wie Grace Bumbry (Rafael Frübeck de Burgos) und Jessye Norman (Seiji Ozawa). Die "Mischkulanz"-Besetzungen ziehen sich bis zu John Eliot Gardiner, der mit Anna Caterina Antonacci in den 2010er Jahren "Carmen" "original" aufführte. Zwischen diesen Hochglanz-Produktionen versteckt sich aber eine Fülle von "indigenen", bei denen mehr oder weniger die opéra-comique-Stilistik des Werkes noch durchschimmert, und oft sind sie auch unter Mitwirkung des Orchesters der Opéra comique de Paris entstanden. Den "Klassiker" unter ihnen bildet die 1950er Version mit André Cluytens am Pult, mit Solange Michel, Raoul Jobin, Martha Angelici, Michel Dens - ein Dokument französischer Opernkultur vor der Internationalisierung. Auch Maestri wie Albert Wolff, Désiré-Emile Inghelbrecht und Piero Coppola konnten sich, mit je zeittypischem Vokalensemble, der Diskographie einschreiben. Und dann sind da noch die vergessenen Schallplatten-"Exoten", Plattenstudioaufnahmen von ehedem, die kaum Verbreitung fanden: die faszinierende Individualistin Jean Madeira taucht etwa in der Titelrolle auf, an anderer Stelle das stilvolle Paar Léopold Simoneau/Pierette Alarie als Don José/Micaela ... bis hin zum isoliert vermarkteten Film-Soundtrack der 1980er mit Julia Migenes. Und alles aus Paris!

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel