Nikolai Kobelkoff um 1900

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Begabt, begeistert, behindert? (2)

Aufbauen: Selbstständig mit Behinderung

Viele träumen von der eigenen Firma. Belinda Hagelmüller hat sich diesen Traum erfüllt: Seit 2024 arbeitet sie hauptberuflich als Hochzeits- und Eventplanerin und schafft für andere unvergessliche Momente - ein Beruf, der stark über das Visuelle funktioniert. Dass die 28-Jährige eine starke Sehbeeinträchtigung hat, sieht man ihr nicht an. Auch die Organisation des Wiener Diversity Balls liegt in ihren Händen.

Was traut man sich zu träumen? Und wann müssen Wunsch und Wirklichkeit in Einklang gebracht werden?

Ein Blick zurück: Nikolai Kobelkoff kam 1874 nach Wien. Der 1851 in der heutigen Ukraine geborene Mann ohne Arme und Beine trat als "Rumpfmensch" auf und tourte durch Europa. Er war Schausteller und etablierte sich später als Praterunternehmer. 1901 übernahm er einen Betrieb im Prater, 1913 ließ er dort sein eigenes Fahrgeschäft errichten: den Toboggan. Wohlhabend geworden, sicherte er sich und seiner großen Familie ein Auskommen. Seine Nachkommen betreiben bis heute Fahrgeschäfte im Wiener Prater.

Erfolgsgeschichten wie diese können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass unzählige Menschen mit Behinderung in derselben Zeit gegen ihren Willen zur Schau gestellt wurden. Welchen Platz und welche Möglichkeiten hatten Menschen mit Behinderung damals - und welche unternehmerischen Wege stehen ihnen heute offen?

Gestaltung: Christoph Dirnbacher, Sandra Knopp, Paula Mangold, Lara Egger, Elisa Mattersberger

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