SOPHIE LOEW
Radiokolleg
Lexikon der österreichischen Popmusik (2)
Filiah - aus der Provinz in das Pop-Universum
1. Dezember 2026, 09:45
Filiah? Ein trauriges Mädchen mit einer Pointe sei sie, nimmt man einen ihrer Songs wörtlich. Aber sie hat keinen Grund zu Trauer: Nina Schwarzott gehört zu den "spannendsten jungen Stimmen der österreichischen Songwriterinnen-Szene", befand das Musik-Informations-Zentrum MICA. Und tatsächlich darf sie zu den bemerkenswertesten Aufsteigerinnen einer zunehmend dichten Female Voices-Szene gerechnet werden.
Filiah - so der Künstlername von Schwarzott - stammt ursprünglich aus der niederösterreichischen Provinz, wo ihr Sound, den sie selbst als "Indie-Folk mit einem glitzernden Funkeln von Pop" beschreibt, sich anhand vieler Vorbilder entwickelte.
Von einer musikbegeisterten, alleinerziehenden Mutter erzogen, zählen zu ihren frühesten Erinnerungen lange Autofahrten zur Schule, bei denen laut gemeinsam zu exemplarischen Songs aus der geschmackvollen mütterlichen Plattensammlung gesungen wurde - von Fleetwood Mac bis Diana Krall, von Buena Vista Social Club bis David Bowie. Heute sagt ihr Management ihrem Sound eine emotionale Nähe zu Künstlerinnen wie Lizzy McAlpine, Maggie Rogers oder Orla Gartland nach.
Mit ihrer Musik möchte Filiah ein Gefühl von Verständnis und Ermächtigung erzeugen. Sie schreibt Songs, die sich geben wie "ein kleines Zuhause, in dem man verstanden und umsorgt wird".
Die Künstlerin hat bereits mit Auftritten am Reeperbahn Festival in Hamburg und am Ship Festival in Kroatien das Fachpublikum begeistert. Gelobt wurden neben der kraftvollen Live-Präsenz vor allem auch Stimme sowie Originalität und Tiefgang ihrer Texte. Zuletzt wurde Filiah mit dem "XA Export Award" ausgezeichnet und veröffentlichte im Sommer 2026 ihr zweites Album - "A Deep Breath Out". Nun beginnt der komplexe Prozess der kommerziellen Etablierung innerhalb und außerhalb Österreichs.
Gestaltung: Walter Gröbchen
