Literatur am Feiertag

"Die Seele der Worte. Eine Hommage an die Sprache."

Sprache ist Klang, Kunst und Leidenschaft. Sie formt Gedanken, stiftet Verständigung und eröffnet Welten. Die Burgschauspieler Martin Schwab und Markus Meyer erkunden das Universum der Worte mit Gedichten und Prosa großer Autorinnen und Autoren. Eine Hommage zum 89. Geburtstag von Martin Schwab, zusammengestellt von Claudia Kaufmann-Freßner.

"Dass das artikulierte Sprechvermögen die Grenze sei, die den Menschen von den tausendfältigen Formen belebten Seins scheidet, ist eine mit Recht anerkannte Lehre. Wie und auf welche Weise das Wort zum Menschen kam, ist ein Rätsel, eine Frage, der Mühe wert, gefragt zu werden, um den Intellekt anzuspornen, um das Ich auf die Wundergabe seiner Mitteilungskraft zu stoßen, doch sicher keine Frage, auf die eine zuverlässige Antwort in menschlicher Reichweite liegt." So resümiert der 2020 verstorbene Philosoph George Steiner drei Jahrtausende philosophische und linguistische Versuche, dem Wesen der Sprache auf die Spur zu kommen.

Sie formt unsere Gedanken, ermöglicht Verständigung und gebiert Missverständnisse, sie ist Logik und absurdes Regelwerk, kann in Phrasen versteinern oder in unendlichen Varianten das Denkunmögliche fassbar machen, sie ist Musik und Spiel, sie kreiert Bilder jenseits der nüchternen Realität, sie dient der Poesie ebenso wie der Demagogie: "Wer die Sprache schändet, der schändet die Welt, die ja aus Sprache besteht." (Elfriede Jelinek)

Nicht zuletzt ist Sprache Handwerk, Kunst und pure Leidenschaft. Zwei Männer, die diese Leidenschaft seit Jahren verbindet, sind die Burgschauspieler Martin Schwab und Markus Meyer. Die Sendung ist zugleich eine besondere Würdigung: Wir feiern den 89. Geburtstag von Martin Schwab, Kammerschauspieler und Ehrenmitglied des Burgtheaters, am 9. November 2026 und gratulieren dem Sprachvirtuosen mit dieser Reise durch das Universum der Zeichen und ihrer Bedeutung.

Gedichte und Prosa von Rose Ausländer, Ingeborg Bachmann, Honoré de Balzac, Paul Celan, Hilde Domin, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Karl Kraus, Christian Morgenstern, Konstantin Stanislawski, George Steiner, Mark Twain u.v.m. nähern sich der Seele der Worte und dem Rätsel des Ungesagten.

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