Ö1 Hörspiel
"Die Königin will tanzen" von Magda Woitzuck
Das Patriarchat in Form von lästigen, stalkenden, gewalttätigen Männern: Magda Woitzucks Protagonistin und eine georgische Königin aus dem 12. Jahrhundert teilen ein Schicksal - und machen sich auf einen Roadtrip durch die Zeit Richtung Technohalle.
12. Dezember 2026, 14:00
Maria flieht vor Matthias, der sie seit Monaten verfolgt. Georgien ist weit genug weg, sie hofft es zumindest. Sie landet dort, fährt ein bisschen herum und trifft einen Mönch, der sie zu Königin Tamar führt: im 12. Jahrhundert die erste Frau auf dem georgischen Thron, die sich unangekündigt aus der eigenen Vergangenheit des Landes zurückmeldet. Was als Fluchtreise beginnt, wird zum Roadtrip durch die Zeit, mit einem ungebetenen Beifahrer: dem Geist von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili.
Magda Woitzuck setzt sich immer wieder mit historischem und mythologischem Stoff auseinander, etwa in "Xerxes und die Stimmen aus der Finsternis" oder "O Eurydike! Die Liebe höret nimmer auf". In "Die Königin will tanzen" erzählt sie von Angst als Alltagserfahrung. Tamar, herrisch, charmant und alles andere als eine makellose Identifikationsfigur, wird für Maria zur Reisebegleiterin zwischen den Zeiten.
"Die Königin will tanzen" von Magda Woitzuck. Mit Alina Fritsch, Petra Morzé, Till Firit, Roman Blumenschein, Florentin Groll, Gerald Votava, Michael Smulik, Roland Gratzer, Philip Scheiner, Eszter Hollósi und Paul Kraker, Musik: Astrid Drechsler, Tongestaltung: Anna Kuncio und Jakob Kainz, Regieassistenz: Alexandra Wimmer, Hospitanz: Isabella Martini Keider, Produktionsleitung und Besetzung: Stefanie Zussner, Dramaturgie: Philip Scheiner, Regie: Julia Herzog (ORF 2026)
