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Diagonal
Alles fließt. Oder nicht? Über Wasserläufe und Pegelstände
Die Dürre im Sommer 2026 hat nachdenklich gemacht. Die längste Zeit wähnte man sich in Österreich gesegnet mit ausreichend Niederschlag, Grundwasserreserven, Gletschern, glucksenden Bächen, Flüssen und sauberen Badeseen.
19. Dezember 2026, 17:05
Die technische Nutzung und Berechenbarkeit des kostbaren Nass gehörten zu den Selbstverständlichkeiten der Moderne, die nun ins Wanken geraten sind. Der schneearme Winter 2026 ließ den grünen See im steirischen Tragöß im Herbst ausgetrocknet daliegen. Der Wasserstand des Bodensee sank im Sommer auf einen historischen Tiefststand, der Schiffslinienverkehr musste teilweise eingestellt werden und dass in Wien die Klos mit Trinkwasser gespült werden, wurde erstmals zum medialen Thema. Werden wir in Zukunft genug Wasser haben? Werden unsere Wälder und Wiesen langfristig verdorren, die Land- und Forstwirtschaft ihre Ertragsmodelle umstellen müssen? Wird das Grundwasser knapp, "Pool-Scham" zum Wort des Jahres 2027 werden und die Gefahr von Waldbränden zu unserer neuen Realität, aus den südlich-mediterranen in die alpinen Regionen Europas vorrückend? Wird Wien langfristig versteppen und die Wasserkraft des Donaustroms nachlassen? Diagonal fragt, wie groß der Bedarf an Wasser ist bzw. sein darf, was Renaturierungen bewirken können, wie die europäische Perspektive der Wasserwirtschaft aussieht und wie man das nasse Lebensgut sparen, speichern und schützen kann, ohne seine enorme Wucht zu vergessen. Denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt.
Mit Beiträgen von Kaspar Arens, Sonja Bettel, Gudrun Hamböck, Erich Klein und Roman Tschiedl.
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