Alte Musik - neu interpretiert
Zuzana Ronck spricht über Musik der Piaristen
Marianische Musik und Musik zu Advent und Weihnacht aus dem Piaristenorden
23. Dezember 2026, 19:30
Der Piaristenorden wurde als Schulorden 1622 von Joseph von Calasanz im Rom gegründet. Bereits 1631 kamen die ersten Piaristen auf Einladung des Kardinal Franz von Dietrichstein aus Italien nach Nikolsburg in Mähren und waren an der Verbreitung der italienischen Musik in Mähren maßgeblich beteiligt.
Im Jahre 1631 wurde in Nikolsburg die erste Sängerstiftung gegründet, die weiteren folgten dann 1688 in Kremsier und 1733 in Weißwasser in Schlesien. Die darin ausgebildeten Knaben waren hauptsächlich für die musikalische Gestaltung der Liturgie zuständig. Das überlieferte Notenmaterial aus den tschechischen Archiven in Kremsier und Prag, das von den Ordensväter vorwiegend für die Sängerstiftungen komponiert wurde, weist auf den hohen Stellenwert der musikalischen Ausbildung im 18. Jhd. hin.
Der führende Komponist Antonín Brossmann/ Damasus a S. Hieronymo (1731-1798) kam oftmals mit Carl Ditters von Dittersdorf zusammen, der zwischen 1766 und 1796 auf dem benachbarten Schloss Johannesberg, dem Sommersitz der Breslauer Bischöfe, wirkte. Václav Kalous/Simon a S. Bartholomeo (1715-1786) wirkte in Böhmen, Mähren aber auch in Horn und in Wien. Der Marianischen Verehrung galten die Litaneien, Hymnen und Arien, die zahlreich in den Archiven aufzufinden sind. Viele Klosterkirchen waren Marinische Wahlfahrtsorte.
