Schließ die Augen

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Wenn Mama krank ist

Gudrun Kalchhauser - 3. Jänner 2026, 00:23

Das kurze Hörspiel „Wenn Mama krank ist“ erzählt aus der Perspektive eines Young Carers (in diesem Fall ein Junge), dessen Mutter an Krebs erkrankt ist. In einem ruhigen inneren Monolog beschreibt er seinen Alltag zwischen Schule, Haushalt, Geschwistern und Sorgen – und zeigt dabei leise auf, wie viel Verantwortung er trägt. Trotz der Belastung steht nicht die Überforderung im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, mit der Situation umzugehen. Die Erzählung zeigt kleine Momente von Zusammenhalt, Fürsorge und Hoffnung – das gemeinsame Lachen, das gemeinsame Einkaufen, das Kitzeln des Bruders. Diese Alltagsszenen machen deutlich, dass auch in schwierigen Zeiten positive, stärkende Erfahrungen möglich sind. Inhaltlich knüpft der Text an das Salutogenese-Modell nach Aaron Antonovsky an: Der Sprecher findet Sinn, Orientierung und Handhabbarkeit in seinem Alltag. Er bewahrt Struktur, sucht nach Lösungen und entdeckt Bedeutung in kleinen Gesten. Das Hörspiel möchte sichtbar machen, was Young Carers leisten: Verantwortung übernehmen, ohne Kindsein ganz auf(zu)geben (zu müssen). Es lädt zum Zuhören, Verstehen und Wertschätzen ein – ohne Mitleid, sondern mit Respekt für die Stärke der Young Carers, Achtsamkeit und Alltagstapferkeit. Gelesen von David Hirsch

Webseite
https://www.roteskreuz.at/niederoesterreich/krems/was-wir-machen/young-carers

Gewinnerbeitrag 2026

Fürst, Fürst&Wiesner - 2. Jänner 2026, 21:31

Dampferl, Ricotta, es tröpfelt dahin...

Webseite
https://soundcloud.com/fuerst-wiesner

Social Media Seite
https://www.instagram.com/wiesnerbauer/

Schon wieder nur ein Märchen

beatrix rosenthaler - 2. Jänner 2026, 12:02

Guten Tag! Sie alle kennen mich! Heute darf ich Ihnen ein Märchen erzählen. Voll von psychischer und physischer Gewalt, wie in allen Märchen. Es war einmal … ein Mädchen, das in einer gottesfürchtigen Familie aufwuchs, und so brachte man den Kindern rasch bei, dass Gott alles sieht und alles weiß. Als das Kind heranwuchs, sein Pronomen wechselte und zu einer sie wurde, wechselten auch die Themen, mit denen sie Gott zu gefallen hatte, und so kam natürlich die Keuschheit ins Spiel. Sexualität war gut, solange sie zum Zwecke der Kindererzeugung praktiziert wurde. Sonst galt sie verwerflich und musste bereut werden. So kam es, dass die Tochter, nachdem sie tatsächlich zufällig das Vergnügen der Selbstbefriedigung entdeckt hatte, sich jahrelang entscheiden musste, ob sie sich diesem vor oder nach dem Abendgebet hingab. Tat sie es vorher, konnte sie danach um Vergebung bitten. Entschied sie sich für nachher, konnte sie nur hoffen, dass Gott vielleicht dachte, sie sei nach dem Gebet eingeschlafen, und kurz seine Augen von ihr abwandte. Sie heiratete mit 19 den Sohn eines ebenfalls gottesfürchtigen Paares. Diesem Paar war es wichtig, Gott bei Bestrafungen im Diesseits zu unterstützen, denn wer wusste denn wirklich, ob er sich alle Verfehlungen merkte, bis man vor das Jüngste Gericht trat! So geschah es, dass die vielen Kinder des Paares nach jeder Tracht Prügel zum Kruzifix gewandt sagten: Lieber Gott, danke, dass ich so brave Eltern habe, die mich in deinem Namen bestrafen. Dann hast du weniger Arbeit mit mir. Die Tochter des einen Paares und der Sohn des anderen wurden ein neues Paar. Sexualität machte ihm Freude, weil er Gott ja Kinder schenken wollte. Wenn sie nicht willig genug war, schlug er sie. Da das Ziel seiner Schläge aus optischen Sicherheitsgründen vorwiegend ihr Gesäß war, war es für alle einfach, die Augen zu schließen und wegzusehen. Nach dem dritten Kind riet man ihr aus Gesundheitsgründen, keine weiteren Kinder mehr zu bekommen, worauf sie sich unterbinden ließ, was den Mann dazu bewog, ihr mitzuteilen, dass sie nun die Madonna im Haus wäre und er sich, weil er doch noch so jung sei und voll im Saft stehe, eine Hure suchen müsse. Er würde diese Besuche natürlich danach bereuen, in Wahrheit hauptsächlich aus finanziellen Gründen, und beichten. Sie hielt das zunächst für einen Scherz, doch als sie einige Monate nach der letzten Entbindung Annäherungsversuche wagte, schlug er sie vorbeugend, als vorgezogene Strafe Gottes eben, sagte dann: „Schließ die Augen!“ und nahm sie brutal in Besitz. Als er aufstand, um seine Schuld von sich zu duschen, murmelte er noch, so sei es wenigstens billiger und man würde kein Benzin verfahren. Umweltbewusstsein war ja modern geworden. Diese Aspekte waren es auch, die ihn schließlich dazu brachten, seine Frau anderen Männern anzubieten. Sich als Nahversorger für im Saft stehenden Menschen ohne Kinderwunsch zu präsentieren, gefiel ihm. Die Dorfbewohner zahlten und waren überzeugt davon, dass die festgebundene und geknebelte Frau das liebte. Bald boomte das Geschäft, und er war zufrieden. Die Hure war im Haus, und wenn sie nicht spurte, wurde sie geschlagen. Grün oder blau. Unsichtbar für die Welt. Die zusätzlichen Nebeneinkünfte, unversteuert natürlich, verwendete er dazu, die zwei Söhne in eine katholische Privatschule zu schicken. Die Bildung des Mädchens war ihm eigentlich egal. Sie würde ohnehin als Hausfrau enden. Er hoffte nur, dass es dann den Hausfrauenbonus endlich überall gab. Seine Frau starb mit 37 an einem Herzinfarkt, wie der rasch herbeigerufene Amtsarzt bedauernd feststellte. Hatte er doch die regelmäßigen Abende im Haus der Familie überaus geschätzt. Sein Freund verlangte für das Vergnügen, das er bot, außerdem viel weniger als die Irren im Laufhaus im nächsten größeren Ort. In Wirklichkeit hatte sie sich im Gartenhaus fachgerecht erhängt. Aber das hätte man der Gemeinde nicht anvertrauen dürfen, denn sich das Leben zu nehmen, war schließlich eine Todsünde. Sie hatte, bevor sie sich umbrachte, noch ein ernstes Gespräch mit Gott. Sie bat ihn, dafür zu sorgen, dass niemand jemals den Grund ihres Freitodes erfuhr. Sie schämte sich. Wissen Sie, für mich ist es einfacher, die Seiten nicht zu wechseln. Ich habe es so gut bei den Frauen.

Unterwegs im Zug

Daniela Vierviertel - 2. Jänner 2026, 10:27

Erlebte Begegnungen und flüchtige Augenblicke auf den Schienen. Verdichtet zu einem Hörspiel, das den Alltag hinter sich lässt und in die Magie des Unterwegsseins eintaucht.

Einsicht

Katharina Ranjan - 31. Dezember 2025, 23:00

SprecherInnen: Anusha Ranjan, Ewald Polacek, Michael Moser und Wilfried Prohaska Technische Ausstattung: Bettina Fabian Schnitt: Stefan Gotsmy Text und Regie: Katharina Ranjan

Unkommentiert

Moritz und Manuel - 31. Dezember 2025, 16:59

Das Kurzhörspiel thematisiert mediale Überforderung und den Verlust eigener Urteilsfähigkeit in einer permanent kommentierten Welt. Nachrichten, politische Stimmen und Fragmente von Fake News verdichten sich zu einem akustischen Chaos, das in einen abrupten Bruch führt. In der darauffolgenden Stille entsteht ein Dialog über Verantwortung, Selbstdenken und die Zumutung, ohne Anleitung entscheiden zu müssen. Das Stück arbeitet mit Reduktion, Pausen und Klang als Bedeutungsträger und versteht Stille nicht als Abwesenheit, sondern als Voraussetzung für eigenes Denken.

Rosenstock, Holderbusch....

C.S. - 31. Dezember 2025, 06:34

Rosenstock, Holderbusch. Leben im Echoraum - kein Vorteil ohne Nachteil. Manchmal ist es Zeit, die Komfortzone zu verlassen.

Mach nur nicht die Augen auf!

Stefan Aschenbrenner - 31. Dezember 2025, 03:11

Mach nur nicht die Augen auf! Habe ich mir gedacht.

5 vor Mitternacht

5 vor Mitternacht - 30. Dezember 2025, 16:53

P) Dreh bitte die Musik ab. Es ist gleich Mitternacht und wir müssen schließlich morgen früh raus. Das weißt du. ... Mach die Musik aus, hörst du und das Licht. K) Nicht das Licht. P) Na gut. Versuch wenigstens etwas zu schlafen. Schließ die Augen und stell dir was Schönes vor – einen ruhigen glatten Bergsee zum Beispiel - im Mondschein. K) Ich kann mir keinen Bergsee vorstellen. Und ich will das auch nicht. P) Na dann was anderes – was Schönes halt. K) Warum soll ich mir was vorstellen. P) Damit du leichter einschläfst und vielleicht sogar was Schönes träumst. K) Das geht nicht. Niemand schläft in meiner Klasse. Nicht einmal im Geschichtsunterricht fallen mir die Augen zu. Und du kennst doch selbst unseren Professor Bellen. P) Sei nicht ungerecht. Dein Professor ist halt nicht sonderlich stimmgewaltig. Dafür ist er aber gütig. K) Und überhaupt. Wer braucht heute noch Geschichtsunterricht. Voll öd ist das. P) Du. Ich werde jetzt nicht mit dir darüber diskutieren. Sicher nicht. Ich möchte, dass du zu schlafen versuchst. K) Aber Papa. Alle paar Stunden ein paar Minuten Powernapping genügt mir völlig. Schlafen ist doch nur Zeitverschwendung. P) Das sieht Dr. Schwerin anders. Er meint, dass ausreichend Schlaf für dich sehr wichtig wäre. Ein acht Stunden Schlaf stärkt das Immunsystem. Und wissenschaftliche Studien belegen das auch. K) Du immer mit deinem Dr. Schwerin. Mag sein, dass das für Menschen eures Alters gilt. Wir müssen das nicht mehr machen. Kaum jemand in meinem Alter schläft noch richtig. Schon gar nicht jeden Tag. P) Ich will aber, dass du es probierst. Mir zu Liebe. Ich mach schon mal das Licht aus (Klick). K) Du bist sowas von nervig hartnäckig, dass es schon weh tut. P) Na komm, Ich sing dir ein Schlaflied. Das, das du früher so mochtest. K) Aber Papa, ich bin doch kein kleines Kind mehr. Na gut. P) (singt) Close your eyes, my babe. Dream well, dream well. The moon and all the stars watch over your sleep. You can trust the night, until mornig comes. Good night, sleep well. Your angel awakes. K) Papa. P) Ja. K) Tust du mir einen Gefallen. P) Ja natürlich, mein Schatz. K) Bitte, mach das Licht wieder an... (P seufzt, Klick). Und schlaf mal schön, Papa.

Das Meer des hoffnungsvollen Traumes

Johannes Hechenbichler - 30. Dezember 2025, 06:51

„Das Meer des hoffnungsvollen Traumes “, eine Gedankenreise von Johannes Hechenbichler. Der Träumer: Seit den 1970iger Jahren besteht ein Konsens der Wissenschaft, wie man die Welt gestalten könnte, dass jeder genug hätte. Der Pessimist: Die Satire braucht schuldige Opfer und unschuldige Täter, denn nur so lässt sich der Wahnsinn der Welt beschreiben. Er beginnt im eigenen Kopf und endet in der Unfähigkeit der Gesellschaft oder eines anderen Schuldigen, Hauptsache nicht bei einem selbst. Dieser Täter wird im Kino immer untergehen, doch in der Realität siegt er unaufhörlich. Die Reichsten verstecken sich, ihr Geld und ihre Macht vor der Welt. Gesetze sind nur mehr Texte und Gerichte nur mehr Gebäude. Das Individuum in einer dritten Welt ist nicht gleich vor dem Gesetz. Kein Schutz besteht mehr, Mitmachen, Zahlen und Schweigen oder Kämpfen und Untergehen, wie in einem schlechten Mafiafilm. Schließ die Augen! Ist der Medienkonsum eine Vorstufe zu einer Gefangenschaft? Stelle Dich schon einmal darauf ein, dass der USB 10.0 Anschluss direkt mit dem Rückenmark verbunden werden könnte. Alles nur ein Rausch und Lärm, alles ist Droge. Das Werbewunder Radio bringt Dir die Welt näher. Der Optimist: Doch die modernen Medien haben es doch ermöglicht, dass man sich über alles unabhängig informieren kann. Wir sind doch die besseren Menschen hier in Europa, da wir demokratische Werte und Minderheiten schützen. Frag doch die Suchmaschine und Du wirst nur Fortschritt finden. Künstliche Intelligenz hat immer eine Antwort. Der Pessimist: Und trotzdem kommt es zu einer Steigerung der Wählerzahlen aus dem unerwünschten Lager, so eine gesunde Diktatur hätte doch was für sich. Hätte man einen Kurz länger gelassen, wer weiß wie weit er es gebracht hätte. Sind die gefährlichen Menschen nicht die, die nicht zu kritisieren sind. Künstliche Intelligenz ist nichts mehr als eine Aneinanderreihung von Nullen und Einsen, am Ende gibt es nur zwei Antworten und da wird kein Platz mehr für menschliche Fantasie sein. Wir werden somit auf Null gesetzt. Der Optimist: Wer Macht hat schreibt Geschichte, wer Fantasie hat, schreibt Geschichte neu. Ich bin und bleibe Optimist, weil der Pessimismus viel stärker ist. Nennt man z. B. eine Person einen Trottel, braucht es ein Vielfaches an Nennungen des positiven Gegenteiles, um diese Beleidigung auszugleichen. Szenenwechsel, Mittelmeer, ein afrikanischer Kriegsflüchtling: (Schreiend) Mama, ich kann nicht mehr schwimmen, meine Arme und Beine sind zu müde. Meine Psyche hat sich hinter einem Vorhang von Schrecken verbarrikadiert, es geht um das nackte Überleben, ich kann nicht mehr, Entschuldigung, dass ich Dir nicht helfen kann. (GlugglugGlug) Der Sohn geht unter und wird Fischfutter. Szenenwechsel, eine Aufsichtsratssitzung, ein Rat: Sie wissen doch, Krisen und Kriege sind gut in Zeiten von Kapitalismus, sie schaffen Bedürfnisse und diese Bedürfnisse sind Chancen für uns Märkte und die dazugehörigen Produkte an den Mann zu bringen. Auch kann man sagen, dass ein paar Ertrunkene im Mittelmeer die Medienlandschaft bindet und sie von unseren Emissionen ablenkt. Obwohl genau diese für diese Ertrunkenen verantwortlich sind. Szenenwechsel, Nato-Hauptquartier, ein General: Neutralität ist eine Erfindung der Russen, Österreich muss sich entscheiden. Alles, was russisch ist, ist bedrohlich. Neutrale Staaten kann man nicht kontrollieren, dass passt uns nicht ins Konzept. Österreich folge wieder Deutschland. Szenenwechsel, ein Neffe eines Tiroler Weltkriegsveteranen, der an der Ostfront kämpfte: Seit dem der Opa und seine Kriegskameraden gestorben sind, fangen die Politiker wieder über Krieg zum Reden an. Der Opa würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das wüsste. Er selbst hatte Alpträume und Kriegszittern bis zu seinem Tode. Wenn Krieg ist, geh nicht hin, man wird von hinten von den eigenen Leuten und von vorne vom Feind erschossen oder Schlimmeres. Epilog: Die Abgabe des eigenen Leistungs- und Besitzanspruches ist vielleicht der Beginn von Frieden auf der Welt. „Macht ist gut, solange sie wieder abgeben wird“, meinte ein Philosoph in einer Ö1 Sendung vom Sommer. Alles, was Fantasie fördert, ist gut und die Augen zu schließen und zu träumen ein Anfang von einer gerechteren Welt, diese darf zuerst geträumt werden, bevor sie Wirklichkeit wird, ohne Fantasie würden die Schrecken der Welt auch nicht als Mahnung weiterleben. Wir brauchen sie, um Brücken zu bauen.