Nowotny: "Zypern ist Sonderfall"

Das Hilfspaket für Zypern sei dringend notwendig gewesen, sagt der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny. Man müsse eingreifen, weil das Bankensystem für Zyperns Wirtschaft eine ungewöhnlich zentrale Rolle spielt. Die Gefahr, dass durch Zypern ein Domino-Effekt ausgelöst wird, sieht er nicht.

Ewald Nowotny

(c) NEUBAUER, APA

Mittagsjournal, 18.3.2013

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny im Gespräch mit Birgit Pointner

"Nicht vergleichbar mit anderen Staaten"

"Man muss sich schon bewusst sein: Zypern ist ein Sonderfall", sagt Nowotny im Ö1-Interview. Der Anteil des Bankwesens an der gesamten Wirtschaftsleistung sei in Zypern fast doppelt so hoch wie in Österreich oder wie im europäischen Durchschnitt. "Das ist nicht zu vergleichen mit anderen Staaten", so Nowotny.

"Nichts zu befürchten"

Für andere Staaten gebe es "überhaupt keinen Grund", eine Ansteckung zu befürchten, beruhigt der OeNB-Gouverneur. Die Besonderheit des zypriotischen Bankensystems mit einem großen Anteil ausländische Einleger bestehe in anderen Staaten nicht. "In dem Sinn ist hier nichts zu befürchten", so Nowotny.

Der Fall Zypern sei auch kein Vergleich mit der Schuldenkrise, versichert Nowotny. "Zypern hat 0,2 Prozent des europäischen Sozialprodukts. Das ist ein Sonderfall, das ist keine Wiederholung der Schuldenkrise."