Adrienn Kiss, bildende Künstlerin

Schon als Kind galt sie als Zeichentalent: Adrienn Kiss, Jahrgang 1978, die seit 2003 an der Akademie Grafik studiert. Die Künstlerin, die Dritte beim Ö1 Bewerb 2007 wurde, zeigt nun neue Arbeiten ab 11. 2008 März in der Wiener Investkredit Bank.

"Ich galt schon in der Volksschule als besonderes Talent, und die Lehrer glaubten oft nicht, dass die Zeichnungen von mir und nicht von meinen Eltern waren. Auch während meines Architekturstudiums habe ich bereits grafisch gearbeitet, Cartoons und Comics gemacht. Es war mehr als ein Hobby, denn die bildende Kunst hat mich schon immer sehr interessiert. Ich traf dann eine Freundin, die in Wien studiert hatte, und sie empfahl mir, mich an der Akademie zu bewerben. Ich kannte Wien bereits, das mir sehr gut gefällt, und es war Zeit für einen Wechsel. Andererseits bin ich hier nicht so weit von Ungarn entfernt", erzählt Adrienn Kiss aus Györ, Jahrgang 1978, die seit 2003 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Gunter Damisch Grafik und druckgrafische Techniken studiert.

Nach der Matura hatte die Nachwuchskünstlerin zunächst an der Technischen Universität in Budapest mit dem Architekturstudium begonnen. "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, vielleicht kehre ich wieder zur Architektur zurück, aber es scheint, dass mich die Kunst doch mehr interessiert", so Kiss, die nun im achten Semester ist und ihr Kunst-Studium im Sommer 2008 abschließen wird.

Auch eine Art Unterhaltung

"Schon in der Volksschule galt ich als großes Talent. Und als ich sechs oder sieben Jahre alt war, glaubten die Lehrer mitunter nicht, dass die Zeichnungen von mir, sondern von meinen Eltern seien und wollten mir keine gute Note geben. Da ich ein Einzelkind und mitunter viel allein war, habe ich sehr viel gezeichnet - es war auch eine Art Unterhaltung für mich. Und so entdeckte ich, dass ich auf diesem Gebiet etwas leisten könnte", erläutert Kiss ihre Entscheidung für die grafische Kunst.

Die Zeichnung im Mittelpunkt

"Die Zeichnung ist in meinen Arbeiten sehr wichtig. Ich verwende mit Vorliebe den Bleistift und mische ihn mit Farben. Zu meinen Arbeiten, die figurativ sind, zählen sehr viele Selbstporträts. Es ist mir wichtig, in meinen Bildern eine gewisse Atmosphäre festzuhalten. Und ich beschreibe gerne Gefühle", charakterisiert Kiss ihre Arbeiten.

Die junge Künstlerin hat sich auch schon mit der Malerei auseinandergesetzt und wurde dazu ermuntert. "Ich habe durchaus Interesse für die Malerei - und ich sehe keinen großen Unterschied zur Zeichnung. Aber der Bleistift ist für mich klarer, er ist sehr direkt. Wer weiß, vielleicht ist die Malerei mein nächster Schritt."

Großformatige "Smokin'"-Serie

"Diese Arbeit war sehr wichtig für mich, weil sie die erste große Bleistiftzeichnung ist - es ist normalerweise nicht üblich, in diesem Genre ein so großes Format zu wählen. Ich beginne immer mit einem Foto, das ist eine Art Inspiration. Meist sind es Selbstporträts, die ich dann in meiner Umsetzung realistisch zu interpretieren versuche. Die "Smokin'"-Serie, die im ersten Jahr an der Akademie entstand, war die erste Erfahrung mit so großen Formaten", erklärt die Künstlerin.

Neue Arbeiten in "6 x 3"-Schau in Galerie Frey

Bis Ende September 2008 präsentierte Adrienn Kiss im Rahmen der Ausstellung "6 x 3" in der Wiener Galerie Frey ihre neuen Arbeiten.

An dieser Schau, die sechs junge Künstler unter 40 mit ihren aktuellen Arbeiten zeigte, waren weiters der Ö1 Künstler Bernard Ammerer, Philip Patkowitsch, Christian Platny, Josephine Scianna sowie Jimmy Zurek vertreten.

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Bei "Invest Art Premiere"-Schau 2008

Von März bis Ende Juni 2008 zeigte Adrienn Kiss im Rahmen der "Invest Art Premiere", an der eine Auswahl von Studentinnen und Studenten der Klasse von Akademie-Professor Gunter Damisch teilnahm, neue Arbeiten in der Wiener Investkredit Bank.

An der Ausstellung "Gunter Damisch und 'News Talents'" nahmen weiters Daniel Domig, Valentin Hirsch, Manuel Knapp, Philip Patkowitsch, Mathias Pöschl, Anna Schreger sowie Fabian Seiz teil.

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Dritte bei Ö1 Wettbewerb 2007

Beim Wettbewerb für die erste Ö1 Talentebörse-Ausstellung, die im August des Vorjahres in Kooperation mit der Kunsthalle Krems im Unabhängigen LiteraturHaus NÖ stattfand und bei der Video-Installationen der Linzer Künstlerin Taife Smetschka gezeigt werden, erhielt Adrienn Kiss den dritten Platz bei der Jury-Wahl.

Mehr zur 1. Ö1 Talentebörse-Ausstellung in oe1.ORF.at

Bei Alpbacher "Forumsausstellung" 2007

Im August 2007 war Adrienn Kiss mit Arbeiten bei der "Forumsausstellung" in der Galerie Schmidt in Reith im Alpbachtal vertreten.

Neben so prominenten österreichischen Künstlern wie Anton Christian, Adolf Frohner, Christian Ludwig Attersee, Oswald Oberhuber, Gunter Damisch, Hubert Schmalix, Eva Schlegel, Brigitte Kowanz, Jakob Gasteiger, Alois Mosbacher und Hubert Scheibl präsentierten die jungen Künstlerinnen und Künstler Katharina Müller, Ronald Fritz, Martin Pohl, Markus Bacher und Christine Kofler ihre Arbeiten in dieser Gruppenschau.

"Im Zentrum am Rand"-Schau in Krems

Im Rahmen von "Im Zentrum am Rand", einer Gruppen-Schau der Meisterklasse Gunter Damisch, die im Frühjahr 2007 im Weinstadtmuseum in Krems stattfand, war Kiss mit "Sheen", eine ihrer jüngsten großformatigen Zeichnungen, vertreten.

"Hunheart" zum ungarischen EU-Jubiläum

Diese Arbeit entstand anlässlich des 1. Jahrestages des Beitritts Ungarns zur EU und hat eine spezielle Entstehungsgeschichte:

"Ich beschäftige mich normalerweise nicht sehr mit Politik. Aber ein slowakischer Freund von mir fragte mich damals, ob wir zu diesem Jubiläum nicht etwas machen sollten. In der Nacht hatte ich die Idee zu diesem Bild und ging am nächsten Tag um 12:00 Uhr in die Akademie. Als ich es fertig hatte, war es exakt 16:00 Uhr. Es war dann in der Kunsthalle-Passage am Karlsplatz für nur einen Abend zu sehen. Die Auswirkung war sehr positiv: denn in der Folge lud mich eine Kuratorin zum EU-Projekt '25 Peaces' ein", erinnert sich KIss.

"Es ist ein Selbstporträt als Ungarin und offenbart, was ich fühle. Es zeigt das Outfit des 21. Jahrhunderts und die heutige Art des Benehmens. Denn ich wollte dieser Thematik die Schwere nehmen und sie humorvoll umsetzen."

Seit 2003 bei zahlreichen Ausstellungen

Seit ihrem Beginn an der Akademie war Adrienn Kiss bereits auch bei zahlreichen Ausstellungen vertreten: so unter anderem in "Die Bücher der Künstlerinnen" im Akademiehof, in der Einzelschau "Kruda" im Cafe Pesti Est in Budapest (beide 2003), bei den Gruppenschauen "In The Holy Woods im Projektraum Viktor Bucher sowie in "Line/Spot" bei der Black Dragon Society (2004), in "3+1 = Magyar igazsag" im Projektraum der Akademie, in "Rather work then celebrate" anlässlich des Ein-Jahr-Jubiläums der neuen EU-Beitrittsländer in der Künstlerhaus-Passage, in "Hell und Dunkel" im Kupferstichkabinett der Akademie, in der Einzel-Ausstellung "Kiss Adrienn: Adrienn Kiss" in der Mucius Galerie für Zeitgenössische Kunst in Budapest, in "europART" sowie in "25Peaces" in Wien und Salzburg (alle 2005).

Im Jahr 2006 zeigte Kiss ihre Arbeiten in "Faktum Flakturm, 77+/- Positionen von KünstlerInnen für KünstlerInnen", in einer Einzelschau in der Galerie Oktogon in Szombathely sowie in der Schau "Dessins" in der Wiener Galerie Frey, an der auch Gabriele Chiari und Anna Schreger teilnahmen. 2007 waren ihre Arbeiten in der Gruppen-Ausstellung "Red" in der Wiener Galerie Frey zu sehen.

Anerkennung als zentrales Anliegen

Vertreten wird das Nachwuchstalent von der Wiener Galerie Frey, die auch bereits mehrere ihrer Werke verkauft hat.

Und wie lauten die Zukunftswünsche der jungen Künstlerin? "Dass meine Arbeiten verstanden und geschätzt werden. Denn ich möchte durch meine Kunst verstanden werden. Und je mehr man mich schätzt, desto besser fühle ich mich", so Adrienn Kiss.