Alte Hasen, zeitlose Themen
Best of "Spielräume"
Jedes Jahr in der Woche vor Weihnachten erstellen die "Spielräume"-Moderatoren ihre persönlichen Jahres-Bestenlisten. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit hat Elke Tschaikner ein paar CDs ausgewählt, die für sie 2007 zu den Perlen zählten.
8. April 2017, 21:58
Es wieder so weit. Jedes Jahr in der Woche vor Weihnachten erstellt das "Spielräume"-Team so etwas wie Jahres-Bestenlisten. Und jedes Jahr winde ich mich ein wenig um den Titel "Best of", denn die Sache mit den Listen ist so gar nicht meine und eine immer wieder schwierige. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit habe ich nun doch ein paar Dinge ausgewählt, die für mich im fast vergangenen Jahr zu den Perlen zählten.
Mavis Staples
Manchmal hat es gar nichts mit Retro-Romantik zu tun, wenn man alte Lieder singt. Wenn zum Beispiel eine Sängerin das tut, die in den 1960er Jahren ganz vorne mit dabei war im friedlichen Kampf für Gleichberechtigung und gegen Schwarz-Weiß Denken. Und wenn sie im Jahr 2007 findet, es sei höchste Zeit, die Lieder von damals wieder anzustimmen, denn die Träume von sozialer Gerechtigkeit seien noch lange nicht erfüllt.
Damals sang sie mit der Familie, und die Familie, das waren die Staple Singers. Heute singt Mavis Staples noch einmal die alten Lieder der Bürgerrechtsbewegung. "We'll Never turn back" heißt das Album, eine der für mich gelungensten CDs des Jahres 2007.
Bettye LaVette
Eines ist sicher, auch heuer wieder haben mich die expressiven Soul-Stimmen mitten ins Herz getroffen. Hier ist noch so eine, in der Stimme das Leben seine Spuren hinterlassen zu haben scheint: Bettye LaVette. Ich würde mich freuen, brächte mir das Christkind ihr aktuelles Album "The Scene of the Crime".
Rickie Lee Jones
Rickie Lee Jones quengelt, quäkt, näselt, nuschelt. Ihre ungewöhnliche Stimme setzt sie auf ihrem neuen Album ein, um sich überraschenderweise mit biblischen Themen auseinanderzusetzen. Das hat bei ihr aber so gar nichts mit Kerzenschein und Weihrauch zu tun, sondern ist eine zeitgenössische Beschäftigung mit alten, zeitlosen Geschichten.
Robert Wyatt
Robert Wyatts "Comicopera" ist ein Album, das so viel an Nuancen in sich birgt, dass man mit jedem Mal hören immer wieder Neues entdeckt.
Doom & Gloom
Über 30 Jahre alt ist inzwischen das Münchner Label Trikont. Auf meine Bestenliste, die keine sein möchte, schaffen es immer wieder die vielen, feinen Compilations von Trikont. Heuer erschien beispielweise ein Album mit Perlen für Pessimisten: "Doom & Gloom" - Musik über Katastrophen, Ängste, düstere Ahnungen und tatsächliche Katastrophen.
Hör-Tipp
Spielräume, Montag, 17. Dezember 2007, bis Freitag, 21. Dezember 2007, 17:30 Uhr
CD-Tipps
Mavis Staples, "We'll Never turn back", Anti (SPV)
Bettye LaVette, "The Scene of the Crime", Anti (SPV)
Rickie Lee Jones, "Sermon on Exposition Boulevard", Blue Rose (Soulfood Music)
Robert Wyatt, "Comicopera", Domino (rough trade)
Various, "Doom & Gloom - Early Songs of Angst and Disaster", Trikont (Indigo)
