Kristina Suklar, Geige

Vom Tanz kam sie zur Geige: Kristina Suklar, Jahrgang 1983, die an der Konservatorium Wien Privatuni studierte und 2010 mit Auszeichnung abgeschlossen hat. 2009 erhielt die erfolgreiche und vielseitige Geigerin eine Karenzvertretung als Stimmführerin beim RSO Wien. Inzwischen ist sie 2. Konzertmeisterin des ORF-Orchesters.

Beethoven, Prokofjew, Suklar (Ausschnitte)

"Als Kind war ich von Tanz und Ballett geradezu besessen. Da meine Eltern Musiker sind - mein Vater ist Komponist, meine Mutter Dirigentin - haben wir hauptsächlich Freunde aus diesem Bereich.

Eines Tages besuchte ich mit meiner Mutter eine Freundin, die Geigen-Pädagogin in einer Musikschule ist. Sie drückte mir aus Spaß eine Geige in die Hand und ich habe das Instrument automatisch richtig gehalten. Die Pädagogin meinte, ich müsse unbedingt Geige lernen. Meine Eltern haben mich aber nie zur Geige gedrängt. So hat es angefangen", erzählt Kristina Suklar, gebürtige Serbin aus Novi Sad, Jahrgang 1983, über ihre Anfänge.

Seit 1997 studiert sie am Konservatorium Wien, der heutigen Privatuniversität. Begonnen hat sie bei Werner Hink, dem ehemaligen Konzertmeister der Wiener Philharmoniker bis 2006. Parallel dazu erhielt sie knapp ein Jahr auch bei Tibor Varga in Graz Unterricht.

Seit drei Jahren studierte Suklar dann bei Pavel Vernikov an der Konservatorium Wien Privatuniversität und hat 2010 ihr Master-Studium mit Auszeichnung abgeschlossen.

Der jungen Nachwuchs-Geigerin widmete das Radiomagazin "Intrada" am 9. Oktober 2009 ein Porträt.

Zu Werner Hink nach Wien

"Eine gute Freundin meiner Familie, die Pianistin ist, gewann damals den Beethoven-Wettbewerb in Wien. Sie hörte mich und schlug vor, dass ich unbedingt bei Werner Hink, mit dem sie Kammermusik spielte, studieren sollte.

Ich bin heute sehr glücklich über diese Entscheidung, den Professor Hink war wie ein Vater zu mir. Ich war noch sehr jung und sprach damals auch kein Wort Deutsch. Er brachte mich ins Musikgymnasium, wo ich dann meine Matura ablegte, und ich durfte mit ihm Kammermusik spielen. Es war eine wunderbare Zeit", berichtet Kristina Suklar, die mit 14 nach Wien kam.

Die Präsenz der Geige

"Mit der Geige hat man eine wichtige Rolle im Orchester, denn man spielt fast immer die Melodie. Die Geige ist eben sehr präsent", erklärt Suklar ihren Zugang.

Vielfältige Orchester-Praxis

Seit 2002 konnte die Nachwuchs-Geigerin vielfältige Orchester-Praxis sammeln:

So war sie unter anderem Konzertmeisterin des "Pacific Music Festival Orchestra" unter der Leitung von Charles Dutoit, ebenso beim "Simon Bolivar Orchesters" in Caracas unter Jungstar Gustavo Dudamel, beim Konservatorium-Orchester unter Bobby McFerrin, sowie Konzertmeister-Stellvertreterin der Zagreber Philharmoniker. Seit 2006 ist sie Mitglied des Wiener Kammerorchesters, bei dem sie seit 2009 auch Konzertmeisterin ist.

Am 29. April Solistin bei "Kons goes Proms"

Auch als Solistin ist Kristina Suklar, die etwa zehn Abende pro Jahr gibt, erfolgreich tätig: so trat sie bisher unter anderem mit dem Orchester des Wiener Konservatoriums, dem Radio-Symphonieorchester Slowenien, sowie dem Georgischen Kammerorchester unter Ariel Zuckermann auf.

Am 29. April 2010 war Suklar bei "Kons goes Proms" zum Sommerauftakt im Wiener MuseumsQuartier mit einem besonderen Werk zu hören: "Das ergab sich durch ein zufälliges Gespräch mit Konservatorium-Direktor Ranko Markovits. Er fragte mich, ob ich das Konzert von John Adams spielen würde, das er für eine E-Geige mit sechs Seiten geschrieben hat."

Von RSO-Stimmführerin …

Im April 2009 bekam Kristina Suklar eine wichtige Bestätigung ihres Könnens: durch ein geglücktes Probespiel wurde sie als Karenzvertretung als Stimmführerin der 1. Violinen des RSO Wien engagiert:

"Das ergab sich ganz spontan. Es fand das Konzertmeister-Probespiel statt, an dem ich aber nicht teilnehmen konnte. Ich rief das RSO-Büro an und dort sagte man mir, es gäbe noch eine Stelle als Karenzvertretung.

Es ist ein großes Symphonieorchester, man spielt moderne Werke, Opern, Symphonien - ein enormes Repertoire. Ich bin so froh über dieses Engagement, denn ich lerne wahnsinnig viel", so die glückliche Geigerin, die ein Jahr Stimmführerin der 1. Violinen war.

… zur 2. Konzertmeisterin des RSO Wien

Und inzwischen ist die ambitionierte Geigerin Kristina Suklar 2. Konzertmeisterin des RSO Wien.

RSO-Konzerte

Seit Sommer 2009 war Suklar bereits in mehreren Produktion zu hören: so spielte sie unter dem früheren RSO-Chef Bertrand de Billy unter anderem in Strauss' "Also sprach Zarathustra" bei den Salzburger Festspielen, sowie in Brittens Oper "Death in Venice" im Theater an der Wien.

Im Oktober war sie mit dem RSO im Wiener Konzerthaus im Rahmen des Filmmusik-Abends "Hollywood in Vienna" zu hören. Am 6. November wirkte sie unter de Billy in Haydns "Jahreszeiten" mit. Und im Februar 2010 ging sie mit dem ORF-Orchester auf Japan-Tournee.

Orchester-Miniaturen zum 40er des RSO

Zuletzt hat Kristina Suklar mit dem RSO Wien anlässlich des 40. Geburtstages des ORF-Orchesters Miniaturen, die unter dem Motto "40 Sekunden zum 40. Geburtstag" stehen, eingespielt.

Diese 40 Geburtstagsgeschenke stammen von österreichischen Komponistinnen und Komponisten wie u. a. Peter Ablinger, Friedrich Cerha, Olga Neuwirth und Mia Zabelka. Seit Oktober 2009 sind die Orchester-Miniaturen in Ö1, aber auch im ORF-TV-Kulturprogramm, sowie auch über die RSO- sowie die Ö1 Homepage zu hören.

Auch begeisterte Kammermusikerin

Aber auch als Kammermusikerin konnte Suklar, die dieses Genre sehr schätzt, bereits umfangreiche Erfahrungen sammeln:

So hat sie beim Tschaikowsky Trio, dem Wiener Streichquartett, dem Tartini Quartett sowie bei den Zagreber Solisten mitgewirkt.

Von "Gradus"-Preis bis Karajan-Stipendium

Im Laufe ihrer Ausbildung hat die junge Geigerin auch zahlreiche nationale wie internationale Preise erhalten:

So unter anderem den Fidelio-Preis sowohl als Solistin wie als Kammermusikerin (2003 und 2004), den Anton Bruckner Preis der Wiener Symphoniker, das Karajan-Stipendium, den "Gradus ad Parnassum"-Preis 2006 sowie das Zois-Stipendium der Republik Slowenien.

Orchester-, Kammermusikerin und Solistin

Welche Zukunftswünsche hat die erfolgreiche Geigerin?

"Mein großer Wunsch, in dem phantastischen RSO-Orchester bleiben zu dürfen, ist ja bereits in Erfüllung gegangen. Ich möchte nun weiterhin regelmäßig Kammermusik spielen und auch als Solistin auftreten. Eine gute Mischung – das ist mein größter Wunsch", so Kristina Suklar.