Über Kurt Weinzierl

"Der tollste Beruf der Welt"

Die Schauspielerei war für Kurt Weinzierl, den Schauspieler, Kabarettisten und Regisseur, "der tollste Beruf der Welt". Der Tiroler Volksschauspieler hat abgründige, urkomische, einsame und kauzige Figuren geschaffen - und uns hinterlassen.

Als Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter, etwas patscherter Polizeipräsident Heribert Pilch in "Kottan ermittelt" oder der Tiroler Vitus Egger in der Fernsehserie "Ein echter Wiener geht nicht unter" - so wird der im Oktober 2008 verstorbene Volksschauspieler Kurt Weinzierl seinem Publikum in Erinnerung bleiben.

Der am 15. April 1935 in Innsbruck geborene Schauspieler und Regisseur fühlte sich schon früh zum Theater hingezogen. Als 12-Jähriger trat er erstmals als Statist am Tiroler Landestheater auf, nach Stationen als Kochlehrling und Verkäufer kam er zur Schauspielausbildung ans Salzburger Mozarteum. Auf Engagements an den Landestheatern St. Pölten, Klagenfurt und Salzburg folgten mehrjährige Engagements an deutschen Bühnen von Nürnberg und Braunschweig bis an die Münchner Kammerspiele und die Entwicklung eines breiten schauspielerischen Repertoires.

Populäre Fernsehrollen

Von 1976 bis 1980 war der Wahlmünchner Weinzierl Ensemblemitglied in Sammy Drechsels und Dieter Hildebrandts Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Aber auch Abstecher ins internationale Kino machte Weinzierl - unter anderem war er in Hans Noevers Film "Der Preis des Überlebens" mit Michel Piccoli und in Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" zu sehen.

Bei allen seinen Rollen, ob im Theater, Film, Fernsehen oder Hörspiel, war Weinzierl stets dem Menschen auf der Spur, entdeckte sich immer wieder neu und schuf abgründige und kauzige Charaktere. Breite Popularität erlangte er mit legendären Fernsehrollen wie dem Polizeipräsidenten Heribert Pilch in "Kottan ermittelt" (1980-1983) oder in den 1990er Jahren als Hotelier und Bürgermeister Franz Wechselberger in Felix Mitterers "Piefke-Saga".

Theater und Hörspiel

Weinzierls künstlerische Leidenschaft gehörte den Tiroler Volksschauspielen Telfs, zu deren Mitbegründern er 1981 gehörte. Von 1981 bis 1983 war er deren künstlerischer Leiter, danach immer wieder als Schauspieler und auch als Regisseur in Telfs tätig. Eine seiner beeindruckendsten Rollen war 2004 die des Priesters in Felix Mitterers Theaterstück "Die Beichte", das auf dem gleichnamigen Hörspiel basierte. Im Jahr zuvor im ORF produziert, wurde "Die Beichte" 2004 vom Publikum zum "Hörspiel des Jahres" gewählt und erhielt mit dem renommierten Hörspielpreis Prix Italia eine weitere Auszeichnung.

Neben seinen zahlreichen Film- und Fernsehrollen wirkte Kurt Weinzierl auch in über 30 Hörspielen des ORF mit, vor allem in Produktionen des Tiroler Landesstudios.

Hör-Tipp
Hörspiel-Galerie, Samstag, 3. Oktober 2009, 14:00 Uhr