Steigende Lebensmittel- und Benzinpreise

Die Arbeiterkammer kritisiert Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Treibstoffen. Die Preise für Nahrungsmittel sind seit September 2010 um 4 Prozent gestiegen, auch die Spritpreise sind auf Rekordhoch, beklagt AK-Präsident Herbert Tumpel. Er gibt den Rohstoffspekulanten die Schuld an den Preissteigerungen.

Morgenjournal, 26.02.2011

Plus vier Prozent

Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Mehl oder Butter, Gebrauchsgüter wie Taschentücher oder Geschirrspülmittel - die Arbeiterkammer hat die Preise für 41 dieser Produkte in acht Wiener Supermarkt- und Diskonter-Ketten erhoben. Das Ergebnis laut AK-Präsident Herbert Tumpel: innerhalb von vier Monaten gab es einen Anstieg um vier Prozent.

Und zwar im Schnitt, denn in zwei der untersuchten Handelsketten sind die Produkte billiger geworden, in den sechs anderen unterschiedlich teurer. Weiters seien die Benzinpreise auf einem Rekordhoch, so Tumpel. Grund dafür sind teurere Rohstoffe, sowohl landwirtschaftliche Rohstoffe wie Weizen als auch Öl.

Spekulanten sind schuld

Die Rohstoffpreise steigen laut Tumpel aber nicht deshalb, weil wegen der Unruhen in Nordafrika Lieferengpässe beim Öl entstehen oder weil wegen Überschwemmungen und Missernten in wichtigen Exportländern wie Australien und Russland massive Weizen-Ernteausfälle zu verzeichnen sind. Für Tumpel sind die Engpässe nur vorgeschützt, in Wahrheit gingen die steigenden Rohstoffpreise eindeutig auf das Konto von Rohstoffspekulanten: denn die libysche Ölproduktion betrage nur zwei Prozent des Weltmarktes, aber der österreichische Autofahrer zahle schon jetzt wesentlich mehr.

Aufzeigen in Brüssel

Tumpel fordert daher, dass sich die heimische Politik auf EU-Ebene stärker gegen Rohstoffspekulation einsetzt und in Österreich gegen, wie er sagt, ungerechtfertigte Preissteigerungen vorgeht. Auf die Frage, ob die Preiserhebungen der Arbeiterkammer seriös und repräsentativ seien, meint er: es seien nur Produkte des täglichen Lebens erhoben worden, keine Luxusartikel, so Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel.