Europäischer Umweltbericht

Der Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA, "Die Umwelt Europas - Zustand und Ausblick", warnt zwar nicht vor einem Umweltkollaps, führt aber an, in welchen Bereichen die EU-Staaten Natur und Umwelt zu stark belasten oder gar zerstören.

Doch das sei kurzsichtig, wenn nicht fatal), denn Natur und Umwelt dienten auch als Motor für die Wirtschaft. Daher mahnt die Europäische Umweltagentur, Ressourcen nicht zu vergeuden, sondern effizienter zu nützen.

Eine simple Rangliste von "vorbildlich-grünen" versus "umwelt-ignoranten" Staaten gibt es nicht; stattdessen hat die Europäische Umweltagentur den Zustand der Umwelt in Europa in verschiedene Bereiche geteilt.

Kapitel "Klima"

In Summe sind innerhalb der EU zwar die Treibhausgas-Emissionen gesunken, im Teilbereich Verkehr jedoch gestiegen.

Kapitel "Natur und biologische Vielfalt"

Verfehlt wurde das Ziel, dass bis zum heurigen Jahr nicht stetig noch mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben; da musste sich die EU weitere zehn Jahre zur Zielerreichung geben. Der Bericht weist auf die ausgebeuteten Fischbestände in Europas Gewässern hin; auf Schadstoffe in verschiedenen Ökosystemen; auf die Ausbeutung von Wäldern; auf die Intensive Landwirtschaft. Als Teilerfolge hebt die Europäische Umweltagentur hervor, dass viele Vogelarten nicht mehr in Gefahr seien und 18 Prozent der Landfläche der Union zum Natura-2000-Schutzgebiet gehören.

Kapitel "natürliche Ressourcen und Abfall"

Zu viel Müll lande auf Deponien anstatt wiederverwertet zu werden bzw. falle grundsätzlich zu viel Müll an, der hätte vermieden werden können. Drei Milliarden Tonnen Abfall verursachen wir in den 27 EU-Staaten, die Hälfte landet auf der Deponie. Und nicht nur in den eigenen Grenzen belasten wir die Umwelt: 20 Prozent der in der EU genutzten Ressourcen stammen aus Staaten außerhalb (vor allem Brennstoffe und Bergbau-Produkte); der Rohstoff-Bedarf verursacht auch in den exportierenden Ländern Umweltschäden, mahnt der aktuelle Europäische Umweltbericht.

Kapitel "Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität"

Auch wenn Wasser und Luft weniger verschmutzt sind als in vergangenen Jahren, weniger Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid in der Luft und weniger Stickstoff-Oxide gemessen werden - die Luft- und Wassergüte sei nach wie vor unzureichend. Und das wirke auf die Gesundheit der EU-Bürgerinnen und Bürger - vor allem in den Städten, wenn man an Feinstaub und bodennahes Ozon denkt.

Der Bericht spricht sich unter anderem neuerlich für Umweltsteuern aus, um den Wert von Natur und Umwelt finanziell messbar zu machen. Der Anteil der Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern am Gesamtsteueraufkommen in der EU sei auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt - und das, obwohl die Zahl der Umweltsteuern steige.

Resümee

In Summe warnt der aktuelle europäische Umweltbericht: Untätigkeit hätte schwere Folgen. Der steigende Bedarf an Ressourcen und der gleichzeitig sinkende Bestand derselben belasten die Natur und auch die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen.

Der steigende Bedarf an Ressourcen stelle eine wachsende Bedrohung für die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt Europas dar, heißt es von der EEA. In Zukunft müsse mehr auf Alternativen zu fossilen Brennstoffen gesetzt werden - nicht nur bei der Energieversorgung (also z.B. Windkraft statt Kohle-Heizung); oder beim Kraftfahrzeug-Treibstoff (beispielsweise Elektro-Antrieb statt Diesel), sondern auch im Alltag (man denke an Plastiksackerl aus Kartoffel-Stärke).

Abgesehen von den Alternativ-Lösungen müsse Europa seine Ressourcen effizienter nützen, so der Europäischer Umweltbericht. Und wie gesagt: Der Bedarf an natürlichen Ressourcen - an Rohstoffen, Boden, Natur - für Nahrung, Wohnen, Verkehr, Konsumgüter, etc. steigt rasant; wir müssten sie effizienter nutzen, und ALLE ökologischen Ressourcen (biologische Vielfalt, Boden, Kohlenstoff, Flüsse, Meere und Luft) in die Produktion, den Verbrauch und globale handelspolitische Entscheidungen einbeziehen, meint die Europäische Umweltagentur; von Sparen, von Konsumverzicht, von Bescheidenheit schreibt sie nichts.

Service

Europäische Umweltagentur
European Environment Agency - Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2010: Synthesebericht