Mitmachen erwünscht

Tiere im Theater

Keine Theaterproduktion, sondern eine tierische Party versprechen die Performance-Künstler von God's Entertainment. Am 16. März 2011 laden sie ins Wiener Brut-Theater im Konzerthaus zum Tanz mit Pudel, Schwein oder Giraffe.

Tiere hätten kein Bedürfnis nach Kunstgenuss oder Theaterbesuchen, sie erfinden auch keine Geschichten, sondern leben im ewigen Jetzt ohne Worte, erklärt Simon Steinhauser alias "die Giraffe".

Das Schwein sorgt für Stimmung

Bei der Performance-Party dreht sich alles um animalische Verwandlungen. Von den Tieren sei nicht nur viel über die menschliche Existenz, sondern auch übers Theater zu lernen, meinen God's Entertainment. Boris Ceko wird als "DJ Schwein" für Stimmung sorgen. Vom herkömmlichen Theater, auch dem der Off-Szene, ist das Künstler-Kollektiv schlicht enttäuscht, "weil mir jemand etwas vermitteln will und ich merke, es funktioniert nicht", so Steinhauser. Theater sei mittlerweile allzu akademisch und intellektualisiert, kritisieren God's Entertainment.

Unter den rund zehn Künstlern und Künstlerinnen der radikalen Performance-Gruppe befinden sich keine studierten Dramaturgen oder Regisseure, sondern etwa gelernte Tischler, Werkzeugmacher und Krankenpfleger. Ihre Devise lautet: zurück zu den Wurzeln des Theaters. "Das Theater ist etwas so Steriles geworden wie eine saubere neue Wiener-Linien-U-Bahn, wo man ja auch nichts beklebet und nichts draufschmiert - das ist einfach langweilig", meint Steinhauser.

Wenn die Grenze verschwimmt

Für die gebotene Unterhaltung wollen God's Entertainment keinen höflichen Applaus, vielmehr wird aktives Mitmachen eingefordert, erklärt Maja Degirmendzić alias "die Kuh". Solange bis die Grenze zwischen Performern und Publikum verschwindet: "Das Spannendste, was unsere Gruüppe ausmacht, ist, dass man ab einem Zeitpunkt gar nicht mehr unterscheiden kann, wer wen unterhält."