Mutmaßlicher Drahtzieher religiöser Gewalt gefasst

In Ägypten wurde der mutmaßliche Drahtzieher der religiösen Gewaltausbrüche vom vergangenen Wochenende festgenommen. Am Samstag waren bei blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und christlichen Kopten 13 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden.

Abendjournal, 10.05.2011

Insgesamt 200 Verdächtige festgenommen

Die Informationen aus dem ägyptischen Innenministerium sind noch zurückhaltend - nur so viel: der mutmaßliche Verantwortliche der Gewaltausbrüche vom Samstag sei in Haft, ließ das Ministerium mitteilen. Um wen es sich dabei konkret handelt, ob es sich um einen Anführer der radikal-islamischen Salafisten handelt, wie gemutmaßt wird, dazu gibt es bisher keine Angaben. Insgesamt waren nach den blutigen Auseinandersetzungen vom Samstag rund 200 Verdächtige festgenommen worden. Sie sollen nach dem Willen der Militärübergangsregierung vor das Oberste Militärgericht gebracht werden.

Mehr Schutz für Kopten

Koptische Bischöfe fordern indessen mehr Schutz für die christliche Minderheit, die 10 Prozent der Bevölkerung in Ägypten stellt. Die Lage sei ernst, vor allem in einer Zeit, in der Ägypten sich politisch im Umbruch befindet, meint der koptisch-katholische Bischof von Ismailia. Es sei auch gut möglich, dass auch frühere Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes von Ex-Präsident Mubarak hinter den Zusammenstößen stecken könnten.

Demo gegen Islamisten

Gegen die zunehmende Gewalt gegen die christliche Minderheit haben gestern hunderte Menschen in Kairo demonstriert. Sie befürchten, dass die Islamisten ihren Einfluss in Ägypten ausweiten könnten.