Anna Ulaieva, Pianistin

Von der Geige wechselte sie zum Klavier: die gebürtige Russin Anna Ulaieva, die bei Milana Chernyavska an der Kunst-Uni Graz studiert. 2011 war die herausragende Pianistin Siegerin des renommierten Wiener "Dichler-Klavierwettbewerbs". Zuletzt gastierte sie mit Ö1 Talent Alina Pinchas in Spanien. "Intrada" widmete ihr ein Porträt.

Anna Ulaieva spielt aus Werken von Scarlatti, Liszt, Tschaikowski und Prokofiev.

D. Scarlatti: Sonate L. 33 h-moll; N. Paganini/F. Liszt: Etüde Es-Dur; P. I. Tschaikowski: Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll, 1. Satz (Nationale Philharmonie der Ukraine, Dirigent: Volodymyr Sirenko); S. Prokofiev: Sonate Nr. 6 op. 82 A-Dur, 1. Satz (Ausschnitte).

"Zur Musik bin ich durch meine Eltern gekommen. Meine Mutter war Klavier-Lehrerin an jener Schule, wo ich begonnen habe. Als ich fünf war, fragte sie mich, welches Instrument ich lernen wolle. Zuhause hatten wir ein Klavier, aber ich habe mich zunächst für die Geige entschieden. Ein Jahr später habe ich auch mit Klavier begonnen. Meine endgültige Entscheidung für das Klavier war eine intuitive", erzählt Anna Ulaieva, gebürtige Russin, Jahrgang 1985, über ihre Anfänge.

Seit 2009 vervollkommnet sie ihr Klavier-Studium bei Milana Chernyavska an der Kunstuniversität Graz (KUG). Abschließen wird sie 2014.

Davor studierte die junge Pianistin, die mit ihren Eltern in die Ukraine übersiedelte, bei Yuri Kot an der "Tschaikowsky National Academy of Music" in Kiew, wo sie mit Auszeichnung abschloss.

Ab elf hatte sie Klavier-Unterricht bei Nina Naiditsch im Musik-Gymnasium für begabte Kinder "M.V. Lysenko" in Kiew in der Ukraine erhalten.

Mit Hilfe nach Graz

Ein Auslandsstudium war für Ulaieva, die eine Empfehlung für Milana Chernyavska erhalten hatte, aus finanziellen Gründen nur schwer zu realisieren:

"Aber mein Wunsch war so stark, dass ich große Hilfe bekam. So haben mir zum Beispiel polnische Freunde das Startgeld geschenkt. Das größte Gottesgeschenk wartete in Graz - Frau Professor Chernyavska. Sie ist nicht nur eine großartige Lehrerin, sondern auch eine tiefgründige Musikerin. Und sie ist ein wunderbarer Mensch."

Affinität zu Rachmaninow

"Eine ganz besondere Beziehung habe ich zur Musik von Sergej Rachmaninow. Das mag natürlich damit zusammen hängen, dass ich eine Russin bin", erzählt Ulaieva.

Konzert-Praxis seit 1994

Seit ihrem neunten Lebensjahr konnte Anna Ulaieva Konzert-Praxis sammeln. 2001 debütierte sie als Solistin mit dem Philharmonischen Orchester der Ukraine in Kiew.

Seither trat sie regelmäßig mit namhaften Orchestern wie unter anderem mit dem Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks mit dem Chopin-Klavierkonzert Nr. 2 auf.

2011 spielte sie mit dem Nationalen Symphonieorchester der Ukraine Tschaikowskys 1. Klavierkonzert in Kiew. Und mit dem Brahms-Klavierkonzert war Ulaieva im Grazer Stefaniensaal zu hören.

Von Graz bis Spanien

Solo-Recitals und Kammerkonzerte gab Ulaieva bisher in Österreich, der Ukraine, in Serbien, Polen, Deutschland, in Italien und Spanien.

Sie gastierte bei Festivals wie dem "Gogol-Fest" in Kiew und bei der "Mozartiade" in Augsburg.

Siegerin des "Dichler-Wettbewerbs" 2011

Seit ihrer Kindheit nahm die herausragende Pianistin erfolgreich an nationalen und internationalen Wettbewerben teil:

So war sie Gewinnerin der "International Competition on the memory of Vladimir Horowitz" in der Ukraine sowie des italienischen "Giuliano Pecar"-Wettbewerbs". 2009 erhielt sie den 1. Preis beim "Martha Debelli-Wettbewerb in Graz.

2011 war ein besonders erfolgreiches Jahr für Anna Ulaieva: sie gewann den 1. Preis beim internationalen Wettbewerb "Jeune Talents" in Frankreich sowie bei der italienischen "Val Tidone International Music Competition" den 3. Preis und den Publikumspreis.

Im Juni 2011 gewann sie den renommierten "Josef Dichler-Klavierwettbewerb" der Musik-Universität Wien:

"Es war ein schwieriges Wettbewerbs-Programm mit vielen Pflichtstücken. Es ist eine große Ehre für mich, dass ich diesen Preis in Wien gewonnen habe", freut sich Ulaieva.

Bei "Pinchas Trio"

Und ein spezielles Genre hat ebenfalls große Bedeutung für Anna Ulaieva:

"Die Kammermusik ist ebenso bedeutend für mich wie das Solospiel. Seit 2009 gehöre ich dem 'Pinchas Trio' an. Zuletzt haben wir im Rahmen einer Spanien-Tournee Werke von Mendelssohn, Smetana und Schubert gespielt."

Konzerte und Recitals

Und am 14. Dezember war Ulaieva als Duo mit Ö1 Talent Alina Pinchas im Teatro Filarmonica von Oviedo mit Werken von Brahms, Prokofiev, Debussy und Ravel zu hören.

2012 stehen für Ulaieva Recitals in Liechtenstein sowie in Deutschland auf dem Programm.

Als Pianistin reüssieren und helfen

Wie lauten die Zukunftswünsche der herausragenden Pianistin?

"Ich möchte als Solistin und als Kammermusikerin erfolgreich sein. Für dieses Ziel arbeite ich hart. Und ich habe einen Herzenswunsch: als Pianistin soweit zu kommen, dass ich später musikbegabte Kinder in der Ukraine unterstützen kann. Auch dafür arbeite ich", so Anna Ulaieva.