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Turner-Preis an Martin Boyce

Der Turner-Preis 2011 geht an den Künstler Martin Boyce. Der Gewinner der mit 25.000 Pfund (29.095 Euro) dotierten Auszeichnung wurde am Montagabend im nordenglischen Gateshead von Star-Fotograf Mario Testino bekanntgegeben.

Es war das erste Mal, dass der Preis nicht in einer der Tate-Niederlassungen überreicht wurde und erst das zweite Mal, dass die Vergabe außerhalb Londons stattfand.

Morgenjournal, 6.12.2011

Der 44 Jahre alte, aus dem schottischen Glasgow stammende Boyce galt im Voraus als Favorit. Er hatte eine herbstliche Installation eingereicht, die sich zu einer Art Park im Raum zusammenfügt.

Die Aluminiumskulptur bezieht sich auf Entwürfe des französischen Designers Jean Prouvé. Von Hand geschnittene Blätter aus Papier füllen die Decke und breiten sich über den Boden aus. In seiner Formensprache bezieht sich Martin Boyce immer wieder auf den Garten; wie etwa in seinen Arbeiten für den schottischen Beitrag zur Biennale von Venedig im Jahr 2009 im Palazzo Pissani.

Die drei weiteren Nominierten - Karla Black, Hilary Lloyd und George Shaw - bekamen jeweils 5.000 Pfund.

Der Turner-Preis wird seit 1984 vergeben und gilt als einer der wichtigsten Preise für zeitgenössische Kunst.

Service

Tate Gallery - Turner Prize
Contemporary Art Daily - Martin Boyce in Venedig

Kontroversen und Skandale

Der Turner-Preis steht wie kaum eine andere Kunstauszeichnung für Kontroversen und Skandale: In Erinnerung sind etwa die Preisträger Damien Hirst mit seiner zersägten Kuh in Formaldehyd oder Martin Creed mit seinem leeren Galerieraum. Der Preis geht auf die Initiative einer Gruppe von Sammlern zurück, die Patrons of New Art. Ihr Ziel war es, junge britische Kunst und Künstler zu fördern.

Weil der romantische Landschaftmaler William Turner (1775-1851) zeitlebens vergeblich versucht hatte, einen Preis für jüngere Künstler ins Leben zu rufen, benannten sie ihre Auszeichnung nach ihm. Der damalige Tate Direktor Alan Bowness war von der Idee begeistert, und so wurde der Turner-Preis 1984 erstmals vergeben.