Ö1 Grafik des Monats Jänner: "Step"

Eipeldauer, Theresa - bildende Kunst

Zeichnen und Musik begleiten sie seit Kindheit: Theresa Eipeldauer, Jahrgang 1985, die an der Wiener Akademie Grafik und druckgrafische Techniken studiert. Nun bringt sie mit der Performance Band "Glutamat" eine neue CD heraus. Im Rahmen der Ö1 Grafik des Monats hat sie für Jänner 2012 den Siebdruck "Step" geschaffen.

Theresa Eipeldauer mit der Wiener Performance Band "Glutamat", bei der sie als Sängerin mitwirkt.

"Fukuoka" von "Glutamat" (Ausschnitt).

"Ich habe seit meiner Kindheit gezeichnet und gesungen. Ab meinem 14. Lebensjahr haben sich diese Interessen dann immer mehr herauskristallisiert.

Als ich nach Wien zog, lernte ich eine Freundin kennen, die bei Gunter Damisch Grafik studierte. Sie empfahl mir, mich an der Akademie zu bewerben - und es hat geklappt.

Im Laufe des Studiums hat sich dann mein Interesse vor allem für den Bereich Druckgrafik entwickelt", berichtet Theresa Eipeldauer, gebürtige Wienerin, die im Burgenland aufgewachsen ist, Jahrgang 1985, über ihren Beginn.

Seit 2006 studiert sie an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Gunter Damisch Grafik und druckgrafische Techniken. Abschließen wird sie im Juni 2012.

Nach ihrer Matura 2003 hatte sie zunächst mit dem Studium der Erziehungswissenschaften an der Universität Wien begonnen.

Theresa Eipeldauer wurde aufgrund ihrer herausragenden Leistungen von Gunter Damisch für die Ö1 Talentebörse ausgewählt.

Erasmus-Semester in Paris

2010 absolvierte die junge Grafikkünstlerin ein Erasmus-Semester an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris, wo sie Lithografie und Edition bei Wernher Bouwens und Zeichnung bei Gilgian Gelzer studierte.

"Dieser Aufenthalt war enorm wichtig für mich, weil ich mich in dieser Zeit ausschließlich der Kunst widmete. Ich habe Alografie neu gelernt sowie Siebdruck und Kunstbuch-Edition.

So hat sich meine Arbeit auch sehr verändert – ich habe begonnen, alles zu abstrahieren. Davor habe ich viel konkret gezeichnet und gemalt."

Lithografie und Siebdruck

"Vor allem Lithografie und Siebdruck stehen derzeit für mich im Zentrum. Ich habe nun begonnen, großflächige Siebdrucke zu machen.

Ich verwende Alltags-Sujets wie zum Beispiel architektonische Elemente, die ich nachbaue, sie mehrfach in Bildern einsetze und überlagere. Dadurch entstehen Ausgangsmomente für neue Bilder", erläutert Eipeldauer.

"Step" - Ö1 Grafik Jänner 2012

Zu einer der wichtigsten Arbeiten von Theresa Eipeldauer zählt ihr Siebdruck "Step", der ein Teil der Serie "Playground" ist, und den sie für die Ö1 Grafik des Monats Jänner 2012 geschaffen hat:

"Der Ausgangspunkt zu dieser Arbeit war einerseits die stilisierte Visualisierung einer Treppe, andererseits ein Zitat des US-Konzeptkünstlers Bruce Nauman über die Wahrnehmung seiner Arbeiten.

Ich habe deshalb die Grundstruktur einer Treppe nachgeahmt und als abstraktes Element verwendet."

Buch "Home is where the heart is"

Eine anderes wichtiges Projekt, nämlich ein Buch, ist Eipeldauers "Home is where the heart is", das 2010 in Paris entstanden ist:

"Es war ein Experiment, Bücher gefaltet zu gestalten. Wenn man das Buch aufschlägt, sieht man weiße Seiten. Blättert man es aber auf, ergibt sich eine Art Leporello.

Durch Aufklappen wird es zu einer Art Objekt. Darin befinden sich Lithografien, die nach innen gefaltet sind. Es ist interessant zu beobachten, wenn die Betrachter zunächst nicht verstehen, worum es geht, herum probieren - und in dem Moment, wo es funktioniert, ein Aha-Erlebnis haben."

Zahlreiche Ausstellungen

Seit 2006 hat Eipeldauer bereits an zahlreichen nationalen und internationalen Gruppen-Ausstellungen teilgenommen:

Darunter zuletzt im Dezember 2011 bei "Bücherinnen, - die" im Wiener "Salon für Kunstbuch". Weiters gestaltete sie im Vorjahr mit Sebastian Koch das Ausstellungsprojekt "Weltraumreisen für Bodenständige" im "Vis a vis" in Lustenau/Vorarlberg und präsentierte ihre Arbeiten im Rahmen der Doppel-Ausstellung "Ausstellungssichtzug" mit Coelestine Engels in Ateliers am Wiener Bauernmarkt.

Ende Jänner war sie im Rahmen des "Akademie-Rundgangs" vertreten.

Musik von großer Bedeutung

Sie ist mehr als bloßes Hobby und zugleich ein zweites Standbein für Theresa Eipeldauer: die Musik. Seit fünf Jahren gehört sie der Wiener Performance Band "Glutamat" als Sängerin an und arbeitet mit Musikern wie Hannes Löschel und der Gruppe "Die Strottern".

Durch Auftrag des Wiener Filmarchivs, das Stummfilm-Vertonungen der 1920er- und 1930er-Jahre initiierte, komponierte sie 2010 die Musik zur "Prater-Mizzi" und trat dafür als Sängerin im Wiener "Odeon" auf.

Neue "Glutamat"-CD im April

Im April 2012 wird nun die neue CD der Gruppe "Glutamat" erscheinen.

Eigene Grafik-Werkstatt

Wie lauten die Wünsche der vielseitigen jungen Künstlerin?

"Dass ich nach meinem Studien-Abschluss als Kunstgrafikerin tätig sein und meinen Traum erfüllen kann, eine eigene Werkstatt einzurichten. Ich hoffe, dass es auch mit der Musik so weiter geht. Und dass sich viele Menschen für meine Arbeiten interessieren", so Theresa Eipeldauer.