Maßnahme gegen zu viel Verkehr
Bern will Vignettengebühr verdoppeln
Eine Verdoppelung der Mautgebühren und strengere Tempolimits gegen zu viel Verkehr auf den Straßen der Schweiz. Seit 1990 hat sich die Fahrleistung auf den Autobahnen verdoppelt, die Staus werden zunehmen, bis 2030 werden viele Teile des Nationalstraßennetzes regelmäßig überlastet sein - so sieht es das eidgenössische Departement für Verkehr und Umwelt und will jetzt gegensteuern.
8. April 2017, 21:58
Abendjournal, 19.01.2012
Vignette künftig 83 Euro
16.000 Stunden Stau zählt das Schweizer Bundesamt für Straßen jährlich auf den Autobahnen. Das Straßennetz wird den Bedürfnissen von gewachsenen Siedlungs- und Wirtschaftsräumen nicht mehr gerecht. Deshalb will der Bundesrat das Autobahnnetz um knapp 400 Kilometer erweitern, vor allem werden bestehende Netze besser verbunden. Ausbau und Unterhalt kosten jährlich rund 305 Millionen Schweizer Franken; die bessere Infrastruktur zahlen die Benützer. Die Jahresvignette wird von 40 Franken (ca. 33 Euro) auf 100 Franken (ca. 83 Euro) erhöht werden, es gibt neu eine Zwei-Monatsvignette für 40 Franken.
Pannenstreifen werden befahrbar
Die Schweiz plant darüber hinaus verkehrsverflüssigende Maßnahmen. So sollen Pannen-Streifen befahren werden dürfen. Ein Pilotversuch zeigte, dass dies zu weniger Staus führt; zur Sicherheit werden diese Strecken verstärkt überwacht. Auf Teilstrecken mit hohem Verkehrsaufkommen und viel Schwerverkehr sollen LKW nicht mehr überholen dürfen.
Limit von 85 Kmh auf der Autobahn
Die Schweiz will auch die Verkehrsleitsysteme ausbauen, die - abhängig vom Verkehrsaufkommen - automatisch eine Tempo-Vorgabe signalisieren. Autobahn-Staus werde am besten dadurch vorgebeugt, indem die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von rund 85 Kmh unterwegs sind, deshalb ist eine schrittweise Reduktion der derzeitigen Höchstgeschwindigkeit von 120 angestrebt.
Züge fahren öfter und schneller
Gleichzeitig stellte der Bundesrat die Weichen für einen langfristigen Ausbau der Schiene. Bahnreisende sollen dichtere Fahrpläne und kürzere Fahrzeiten erhalten und es soll mehr Güterverkehr auf die Schiene gebracht werden.
