Wirtschaft gegen mehr Pflegefreistellungen

Laut einer Umfrage hat jeder zweite Angst, Pflegefreistellung zu beantragen, weil er berufliche Nachteile fürchtet. Auch die Arbeiterkammer fordert eine Gesetzesänderung, speziell für Patchwork-Familien. Die Wirtschaftskammer ist dagegen.

Mittagsjournal, 29.3.2012

Belastung für Betriebe

In Österreich hätten Arbeitnehmer geradezu üppige Ansprüche, was Pflege und Urlaub betrifft, sagt Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer. So gebe es jedenfalls eine Pflegewoche für kranke Kinder und nahe Angehörige zum Beispiel, aber noch mehr, wie eine zweite Pflegewoche für Kinder ab dem 12. Lebensjahr unter bestimmten Voraussetzungen. Und überhaupt sei Österreich das Land mit den höchsten Urlaubsansprüchen in Europa. Das sei für die Arbeitnehmer erfreulich, aber die Betriebe müssten ja Entgeltfortzahlung leisten.

Entlastung zum Ausgleich

Probleme aus der Privatsphäre würden zunehmend auf die Betriebe übertragen, und das könne nicht sein, sagt Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer. Vorstellbar wäre das nur, wenn auf der anderen Seite Betriebe entlastet werden. Man könne nicht immer nur Vorschläge machen, die den Spielraum der Betriebe immer weiter einengen.

Verhandlungen laufen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sagt, man bemühe sich seit Jahren gemeinsam mit den Sozialpartnern, dass auch zum Beispiel getrennt lebende Väter sich um kranke Kinder kümmern können. Es gebe aber noch keinen Verhandlungserfolg, Und das, so Hundstorfer, liege eben an den unterschiedlichen Interessen der Sozialpartner.