Kartelle: Rewe-Chef Hensel ortet Grauzone

Ende Februar hat eine Razzia der Bundeswettbewerbsbehörde in der Zentrale von Rewe-International in Wiener Neudorf für Aufregung gesorgt. Es ging um den Vorwurf der Preisabsprache mit Lieferanten und Mitbewerbern. Rewe-Chef Frank Hensel, der sich nur selten in der Öffentlichkeit äußert, beklagt jetzt eine Grauzone im Kartellrecht und fordert verbindliche Regelungen.

Morgenjournal, 6.4.2012

"Kommunikation" statt Absprachen

Vier Wäschekörbe mit Unterlagen, mehrere Computer-Festplatten und ein paar Gigabyte an Daten haben die Beamten der Bundeswettbewerbsbehörde aus der Rewe-Zentrale mitgenommen, sagt ein Sprecher der Behörde. Jetzt warte man darauf, dass das Kartellgericht die sichergestellten Unterlagen freigibt. Rewe-International Chef Frank Hensel schließt Preisabsprachen in seinem Unternehmen aus. Es gehe um die Kommunikation zwischen Industrie und Handel, und da ortet der Rewe-Chef rechtliche Unsicherheiten.

Klare Richtlinien gefordert

Denn Kommunikation zwischen Handel und Industrie sei notwendig, konkret zum Beispiel wenn es um Aktionen geht, erklärt Hensel. Denn bei großen Aktionen müsse auch sichergestellt sein, dass die Ware in ausreichender Menge produziert wird. Dazu müsse der Handel seine Pläne mit der Industrie absprechen. Eine Preisabsprache sei das aus seiner Sicht nicht, sagt der Rewe-Chef, die Wettbewerbshüter könnten es aber so interpretieren.

Hensel würde sich "mehr verbindliche" Regelungen wünschen. Das würde die Zusammenarbeit aller Beteiligten erleichtern und Rechtssicherheit bieten. Derartige Richtlinien gebe es aber auch in Deutschland noch nicht, stellt Rewe-Chef Hensel fest.

Übersicht

  • Handel