Arbeitslosigkeit steigt weltweit

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam von der Krise, nicht aber die Arbeitsmärkte, warnt die Internationale Arbeitsorganisation ILO mit Sitz in Genf. Vor allem die im Zuge der Krise geschürten Sparpakete haben laut ILO dramatische Folgen für den Arbeitsmarkt.

Abendjournal, 30.4.2012

Die Strategie des Sparens und Regulierens sollte zu mehr Wachstum führen: das sei aber nicht geschehen, sagt ILO-Direktor Raymond Torres. Im Gegenteil: Die Sparpakte der EU-Staaten seien zum Teil wenig durchdacht und hätten verheerende Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Prognosen düster

Seit Beginn der Finanzkrise 2008 seien weltweit rund 50 Millionen Jobs verloren gegangen. Und auch für die kommenden Jahre sind die Prognosen der Internationalen Arbeitsorganisation düster: So rechnet die ILO heuer mit sechs Millionen mehr Arbeitslosen als noch vor einem Jahr. Eine Entspannung sei frühestens 2016 in Sicht.

EU besonders gefährdet

Besonders besorgt zeigt sich die ILO über die Entwicklung in Europa: Hier steigt die Arbeitslosigkeit in mehr als zwei Drittel der Länder an. Sollte es nicht zu einem Umdenken kommen, könnte Europa neuerlich in eine Rezession schlittern, warnt ILO-Direktor Torres. Auch soziale Unruhen sind für ihn nicht auszuschließen. Als Gegenmaßnahme schlägt die ILO unter anderem die Anhebung von Mindestlöhnen in der EU vor. So sollen der private Konsum und Investitionen angekurbelt und wieder mehr Jobs geschaffen werden.