Gespräch mit Ulrich Seidl

Heute um 17:00 Uhr hat die Premiere des österreichischen Wettbewerbsbeitrags begonnen: "Paradies: Glaube". Es ist nach "Paradies: Liebe" der zweite Teil der sogenannten Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl, in der jeweils eine Frauenfigur nach dem Paradies auf Erden sucht.

Kulturjournal, 31.8.2012

In "Paradies: Glaube" ist es eine von Maria Hofstätter gespielte Röntgenassistentin in Wien, die ihr Leben ganz dem katholischen Glauben gewidmet hat, inklusive Missionierung mit Wandermuttergottes. Aber nachdem der Ehemann, ein im Rollstuhl sitzender Moslem, ins gemeinsame Haus zurückkehrt, kippt das Leben der Frau in einen fatalen Ehekrieg, das Paradies rückt in weite Ferne. Ulrich Seidl lässt seine Figuren wie immer radikal scheitern, er konfrontiert sie gnadenlos mit ihren eigenen Trugbildern.

In Venedig wurde der Film trotz drastischer Szenen, wie etwa einer Masturbation mit einem Kruzifix, mit großem Interesse aufgenommen, freilich nicht ohne auf den verstörenden Charakter von Seidls Inszenierung hinzuweisen. Aber der Film hat auch komische Seiten. Das sei allerdings nicht seine Absicht gewesen, sagt Ulrich Seidl.

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