Kurz: Deutsch als fixes Kriterium für Schulreife
Alle Experten sind sich einig: Integration funktioniert primär über Sprache. Der Grundstein dafür liegt in der Kindheit. Spezielle Förderkurse sollen Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen unter die Arme greifen. Soweit sind sich SPÖ und ÖVP, nach einigen Diskussionen, mittlerweile einig. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) verlangt eine sofortige Gesetzesänderung. Die Beherrschung der deutschen Sprache soll offiziell als Kriterium für die Schulreife verankert werden.
8. April 2017, 21:58
(c) Techt, APA
Mittagsjournal, 8.1.2013
Schmied über Vorstoß verärgert
Der Konflikt zwischen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) um die schulische Sprachförderung ist auch vor dem Ministerrat weitergegangen. Die Ressortchefin ärgerte sich darüber, dass Kurz mit seiner Forderung, Deutschkenntnisse als Voraussetzung für den Schuleintritt gesetzlich festzuschreiben, einen "medialen Schnellschuss" produziert habe. Ihr gehe es dagegen um ein "seriöses Konzept".
Die Unterrichtsministerin betonte, dass man sich nun mit Experten zusammensetzen müsse, um geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Konkret zu Kurz' Forderung gab Schmied zu bedenken, dass es Fachleute gebe, die meinten, mit Crash-Kursen sei den betroffenen Kindern nicht geholfen.
Wie ihr Konzept aussehen wird, konnte oder wollte Schmied vorerst nicht im Detail sagen. Sie glaubt aber, dass man mit differenzierten Lösungen arbeiten sollte. So könnte es etwa in Regionen mit wenigen Schülern mit Sprachproblemen sinnvoller sein, die Sprachförderung in den normalen Unterricht zu integrieren. Wo es mehr Schüler gebe, wäre es dagegen möglich, spezielle Kurse anzubieten.
Über Gesetz nachdenken
Kurz wiederum beharrte darauf, eine Gesetzesänderung durchzuführen, die Deutsch als Voraussetzung für den Schuleintritt bringt. Dass er von der ursprünglichen Vereinbarung, zunächst einmal Testregionen zu entwickeln, abgerückt ist, begründete der Staatssekretär damit, dass die Stadt Wien nun ja schon im Alleingang die Deutschpflicht festgeschrieben habe. Wenn die am meisten betroffene Stadt nun seinem Modell folge, brauche es aus seiner Sicht keine Pilotprojekte mehr. Umsetzen will Kurz die Deutsch-Pflicht möglichst rasch. Er fände es sinnvoll, wenn schon im nächsten Schuljahr Maßnahmen umgesetzt werden könnten. (Text: APA, Red.)
